The environment filecontents is intended for passing the contents
of packages, options, or other files along with a document in a single
file. It has one argument, which is the name of the file to create. If
that file already exists (maybe only in the current directory if the OS
supports a notion of a ‘current directory’ or ‘default directory’) then
nothing happens (except for an information message) and the body of
the environment is bypassed. Otherwise, the body of the environment is
written verbatim to the file name given as the first argument, together
with some comments about how it was produced.
The environment is allowed only before \documentclass to ensure
that all packages or options necessary for this particular run are present
when needed. The begin and end tags should each be on a line by itself.
There is also a star-form; this does not write extra comments into the
file.
Filecontents
Coole Sache:
Ich bin dann mal kotzen
Was für ein Wochenstart. Da will man nur mal kurz wissen, was sich so tut in der Welt - und schwupps hängt man (geistig) über der Kloschüssel.
Das Übel ist in dem Fall die GEZ-Abgabe. Das heißt, das was aus ihr werden soll. Nämlich eine Haushaltsabgabe. Offen gestanden halte ich den beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk für eine grandiose Erfindung. Blickt man in andere Länder, sieht man sofort, dass es der Markt eben nicht richten würde, fielen diese Sender und Programme weg. Nichtsdestotrotz ist der Müll, der in ARD, ZDF etc produziert wird, nicht zu übersehen. Daher höre ich zwar sehr extensiv Radio, habe aber seit 11 Jahren keinen Fernseher mehr. Und daher würde die Haushaltsabgabe auch mich betreffen. Sie sieht nämlich vor, statt den Beitrag an Art und Anzahl der Empfangsgeräte auszurichten, genau einen Beitrag pro Haushalt zu erheben. Der soll so hoch sein wie die bisherige Fernsehabgabe: 17,98 €. Nun wohne ich aber in einer WG. Die ist kein Haushalt. Also würden wir alle 3 17,98 € zahlen, nicht die bisherige Radio-Abgabe von 5,76 €. Insofern ist es schlicht falsch, wenn behauptet wird, niemand müsse mehr zahlen.
Es gibt allerdings auch Vorteile des Systems, die will ich nicht verschweigen. So würden in den Öffentlich-Rechtlichen Werbung verboten, das wäre schon schick. Die GEZ würde wegfallen, denn die Daten ließen sich über das Einwohnermeldeamt abfragen. Kontrolliert werden müsste also nicht mehr. Umgekehrt ist es ja genau das, was ich kritisiere. Es gibt nämlich KEINE Möglichkeit mehr, diesem Laden zu entkommen. Ich habe ja eine Teillösung gewählt, eben nur Radio. Um genau zu sein, ich habe nicht mal ein Radio, nur einen Internetanschluss. Aber egal. Es es völlig egal, wie viele Menschen ganz auf Radio, Computer und Fernsehen verzichten. Natürlich werden das nicht viele sein. Es sollte nur möglich sein, da lasse ich nicht mit mir verhandeln. Und bei diesem neuen System ist es eben nicht mehr möglich.
Übrigens heißt es genau aus diesem Grund auch Beitrag und nicht Gebühr: Während die Gebühr nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme einer Leistung erhoben wird (z.B. Praxisgebühr), zahlt man den Beitrag unabhängig vom eigenen Nutzungsverhalten (z.B. Studien"gebühr", die eigentlich ein Beitrag ist). Bei einer Steuer schließlich gibt es überhaupt keinen Anspruch auf eine Leistung; sie dient nur der Erzielung von Einnahmen.
So, jetzt habe ich mich überm Schreiben wieder etwas beruhigt. 17,98 im Monat reißen es auch nicht rein. Verglichen mit einer Welt ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde ich diese Alternative vorziehen. Ich glaube, mich ärgert es einfach, wie diese Sache ohne öffentliche Kommunikation durchgezogen wird. Man hätte es doch erklären können. Natürlich wäre da der öffentliche Aufschrei dagewesen. Aber für den gibt es ja nun auch Gründe. Denen sollten sich die Verantwortlichen schon stellen.
Das Übel ist in dem Fall die GEZ-Abgabe. Das heißt, das was aus ihr werden soll. Nämlich eine Haushaltsabgabe. Offen gestanden halte ich den beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk für eine grandiose Erfindung. Blickt man in andere Länder, sieht man sofort, dass es der Markt eben nicht richten würde, fielen diese Sender und Programme weg. Nichtsdestotrotz ist der Müll, der in ARD, ZDF etc produziert wird, nicht zu übersehen. Daher höre ich zwar sehr extensiv Radio, habe aber seit 11 Jahren keinen Fernseher mehr. Und daher würde die Haushaltsabgabe auch mich betreffen. Sie sieht nämlich vor, statt den Beitrag an Art und Anzahl der Empfangsgeräte auszurichten, genau einen Beitrag pro Haushalt zu erheben. Der soll so hoch sein wie die bisherige Fernsehabgabe: 17,98 €. Nun wohne ich aber in einer WG. Die ist kein Haushalt. Also würden wir alle 3 17,98 € zahlen, nicht die bisherige Radio-Abgabe von 5,76 €. Insofern ist es schlicht falsch, wenn behauptet wird, niemand müsse mehr zahlen.
Es gibt allerdings auch Vorteile des Systems, die will ich nicht verschweigen. So würden in den Öffentlich-Rechtlichen Werbung verboten, das wäre schon schick. Die GEZ würde wegfallen, denn die Daten ließen sich über das Einwohnermeldeamt abfragen. Kontrolliert werden müsste also nicht mehr. Umgekehrt ist es ja genau das, was ich kritisiere. Es gibt nämlich KEINE Möglichkeit mehr, diesem Laden zu entkommen. Ich habe ja eine Teillösung gewählt, eben nur Radio. Um genau zu sein, ich habe nicht mal ein Radio, nur einen Internetanschluss. Aber egal. Es es völlig egal, wie viele Menschen ganz auf Radio, Computer und Fernsehen verzichten. Natürlich werden das nicht viele sein. Es sollte nur möglich sein, da lasse ich nicht mit mir verhandeln. Und bei diesem neuen System ist es eben nicht mehr möglich.
Übrigens heißt es genau aus diesem Grund auch Beitrag und nicht Gebühr: Während die Gebühr nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme einer Leistung erhoben wird (z.B. Praxisgebühr), zahlt man den Beitrag unabhängig vom eigenen Nutzungsverhalten (z.B. Studien"gebühr", die eigentlich ein Beitrag ist). Bei einer Steuer schließlich gibt es überhaupt keinen Anspruch auf eine Leistung; sie dient nur der Erzielung von Einnahmen.
So, jetzt habe ich mich überm Schreiben wieder etwas beruhigt. 17,98 im Monat reißen es auch nicht rein. Verglichen mit einer Welt ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde ich diese Alternative vorziehen. Ich glaube, mich ärgert es einfach, wie diese Sache ohne öffentliche Kommunikation durchgezogen wird. Man hätte es doch erklären können. Natürlich wäre da der öffentliche Aufschrei dagewesen. Aber für den gibt es ja nun auch Gründe. Denen sollten sich die Verantwortlichen schon stellen.
Querverweise
Ich muss zugeben, ich habe früher nicht so ganz verstanden, wo eigentlich das Problem mit der "Don't ask, don't tell"-Order im US-Militär liegt. Dieses "DADT" bedeutet: Es wird dich niemand nach deiner sexuellen Orientierung fragen, aber du darfst sie auch niemandem erzählen. Tust du es doch, wirst du unehrenhaft aus der Armee entlassen. Ja gut, nicht super schön, aber kann man doch mit leben, denkt man sich. Falsch. Es mag zur Zeit seiner Einführung (1992) ein Fortschritt gewesen sein, erlaubte es doch im Grunde jedem Staatsbürger, in die Armee einzutreten. Im Alltag hat sich das Verfahren aber als völlig untauglich erwiesen. Nach dem Lesen dieses Artikel kann ich mir gut vorstellen, dass man unter diesen Umständen einen wesentlichen Teil seiner selbst verstecken muss, dass man lügen muss, dass man niemandem trauen kann. Ausgerechnet den Leuten nicht, auf die man im Kampf angewiesen ist.
Nächster Aufreger: Facebook. Immer wieder gern als Aufreger genommen, harhar, aber die haben es verdient. In dem Fall hat Facebook fröhliche Nutzerdaten an Werbekunden verkauft. Da kommt Vertrauen auf.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir eine Netzzeitung für [Stadt meines gegenwärtigen Aufenthaltes] wünschen. Recht gern von der Netzzeitung für Bruchsal abgekupfert. Bitte, bitte, bitte, liebe Lokaljournalisten: Fangt endlich so ein Projekt an. Meckern kann ich dann immer noch drüber.
Wie ich neulich schon mal bemerkt hatte: Wenn die Nordkoreaner dieses südkoreanische Boot versenkt haben sollten, war es eine reichlich merkwürdige Aktion. Sie wird sogar noch eigenwilliger. Irgendwie bin ich grad zu faul, alles aufzuzählen, warum die Cheonan eben nicht von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Es ist eine Menge. Na gut, eins: Die Cheonan war zur Zeit des Unglücks Teil einer südkoreanisch-amerikanischen Marineübung. DIE GEGEND WAR VOLL VON FREGaTTEN, U-BOOTEN, U-JAGD-HUBSCHRAUBERN etc. Wie um alles in der Welt kommt da ein nordkoreanisches U-Boot rein? Genau, gar nicht. Und weiter: Quasi das gesamte südkoreanische Verteidigungs- und Geheimdienst-Establishment sagt, es war kein nordkoreanischer Torpedo. Hach, Medien sind doch was tolles. Man darf ihnen nur nicht alles glauben.
Sehr lustig auch das Handelsblatt mit der wohl dümmsten Fotostrecke seit Erfindung der Kamera. Auf 98 Einzelbildern sind die "111 unsinnigsten Subventionen" abgebildet. Wie tief kann man sinken?!??
Nächster Kracher: Laut den Definitionen, wie sie Bushs Folter-Anwalt John Yoo ausgeheckt hat
, ist die Verwahrung von Straftätern in den amerikanischen Super-Max-Gefängnissen genau das: Folter. Die Haltung der Gefangenen (anders kann man das nicht nennen) führt zwangsläufig zu posttraumatischen Belastungsstörungen.
Eine Geschichte aus der Geschichte: Die Israelis ballern gern mal in der Gegend rum, wenn keiner zugucken soll. 1967 haben sie ein Spionageschiff der NSA versenkt, während des 6-Tage-Krieges. Die Amis wollten natürlich wissen, was da los war, und haben die USS Liberty losgeschickt. Dummerweise haben die Spione an Bord per Funk mitbekommen, wie die Israelis ein Massaker an ägyptischen Kriegsgefangenen angerichtet haben. Stunden später regnete es Napalm auf die Liberty. Präsident Johnson himself half mit, dieses kleine dreckige Geheimnis unter der Decke zu halten. Gelobt sei Israel, die einzige wahre Demokratie im Nahen Osten. (Entschuldigung, aber da muss man doch ausfällig werden.)
Nächster Aufreger: Facebook. Immer wieder gern als Aufreger genommen, harhar, aber die haben es verdient. In dem Fall hat Facebook fröhliche Nutzerdaten an Werbekunden verkauft. Da kommt Vertrauen auf.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir eine Netzzeitung für [Stadt meines gegenwärtigen Aufenthaltes] wünschen. Recht gern von der Netzzeitung für Bruchsal abgekupfert. Bitte, bitte, bitte, liebe Lokaljournalisten: Fangt endlich so ein Projekt an. Meckern kann ich dann immer noch drüber.
Wie ich neulich schon mal bemerkt hatte: Wenn die Nordkoreaner dieses südkoreanische Boot versenkt haben sollten, war es eine reichlich merkwürdige Aktion. Sie wird sogar noch eigenwilliger. Irgendwie bin ich grad zu faul, alles aufzuzählen, warum die Cheonan eben nicht von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Es ist eine Menge. Na gut, eins: Die Cheonan war zur Zeit des Unglücks Teil einer südkoreanisch-amerikanischen Marineübung. DIE GEGEND WAR VOLL VON FREGaTTEN, U-BOOTEN, U-JAGD-HUBSCHRAUBERN etc. Wie um alles in der Welt kommt da ein nordkoreanisches U-Boot rein? Genau, gar nicht. Und weiter: Quasi das gesamte südkoreanische Verteidigungs- und Geheimdienst-Establishment sagt, es war kein nordkoreanischer Torpedo. Hach, Medien sind doch was tolles. Man darf ihnen nur nicht alles glauben.
Sehr lustig auch das Handelsblatt mit der wohl dümmsten Fotostrecke seit Erfindung der Kamera. Auf 98 Einzelbildern sind die "111 unsinnigsten Subventionen" abgebildet. Wie tief kann man sinken?!??
Nächster Kracher: Laut den Definitionen, wie sie Bushs Folter-Anwalt John Yoo ausgeheckt hat
, ist die Verwahrung von Straftätern in den amerikanischen Super-Max-Gefängnissen genau das: Folter. Die Haltung der Gefangenen (anders kann man das nicht nennen) führt zwangsläufig zu posttraumatischen Belastungsstörungen.
Eine Geschichte aus der Geschichte: Die Israelis ballern gern mal in der Gegend rum, wenn keiner zugucken soll. 1967 haben sie ein Spionageschiff der NSA versenkt, während des 6-Tage-Krieges. Die Amis wollten natürlich wissen, was da los war, und haben die USS Liberty losgeschickt. Dummerweise haben die Spione an Bord per Funk mitbekommen, wie die Israelis ein Massaker an ägyptischen Kriegsgefangenen angerichtet haben. Stunden später regnete es Napalm auf die Liberty. Präsident Johnson himself half mit, dieses kleine dreckige Geheimnis unter der Decke zu halten. Gelobt sei Israel, die einzige wahre Demokratie im Nahen Osten. (Entschuldigung, aber da muss man doch ausfällig werden.)
Google Street View - privatwirtschaftliche Stasi 2.0?
Neulich hatte ich mit einem Bekannten eine Diskussion über die Gefahr, die Googles Dienst Street View darstellt. Zugegebenermaßen bin ich bei Google im Zweifelsfall eher für den Angeklagten, während die Öffentlichkeit das meiner Meinung nach umgekehrt handhabt. Zumindest bisher und ohne lange darüber nachzudenken, habe ich die Street-View-Affaire unter "billiger Populismus", Fach "Google Bashing" eingeordnet.
Worum geht es im Detail? Google möchte zu seinem Kartendienst Maps auch Straßenansichten hinzufügen. Dazu sind Kamerawagen unterwegs, die jede Straße abfotografieren. Offensichtlich treten zwei Probleme auf: Was ist mit den Menschen, die dabei fotografiert werden? Und was ist mit den Häusern? In Deutschland ist der Dienst heftiger umstritten als in anderen Ländern. Paradox: Über 90% der deutschen Suchanfragen landen bei Google, das sind mehr als in den meisten anderen Ländern (USA: 68%). Was jetzt genau Google vorgeworfen wird, habe ich bisher offen gesagt nicht verstanden. Irgendwie ist man der Meinung, eine freiwillige Selbstverpflichtung, alles datenschutzrechtlich sauber zu handhaben, reiche nicht aus. Ich bin hier etwas irritiert, weil die CDU sonst auch immer Selbstverpflichtungen für das Mittel der Wahl hält und gesetzliche Regulierungen ablehnt. Und von Datenschutz lasse ich mir von dieser Leyen-Truppe nichts erzählen.
Nummernschilder und Gesichter werden ohnehin verpixelt, bei Häuserfronten beruft sich Google auf die Panoramafreiheit. Es gibt meines Wissens schlicht kein Gesetz, was irgendjemandem verbieten kann, eine Häuserfront zu fotografieren. Speziell in Hamburg möchte man das ändern: Privatleuten soll die Möglichkeit eingeräumt werden, jedes Bild löschen zu lassen, auf dem sie abgebildet sind. Bisher haben sie das gesetzlich verbriefte Recht darauf nur, wenn sie den Hauptteil des Bildes ("formfüllend") ausmachen. Der Deutsche Journalistenverband warnt vor einem Eingriff in die Rechte von Fotografen - auf nichst anderes wird das Lex Google nämlich hinauslaufen. Im schlimmsten Fall kann die Veröffentlichung von Bildern einer Demonstration verboten werden, da keine Einwilligung aller 10.000 Teilnehmer vorliegt.
Die Aufregung der letzten Wochen hatte aber noch einen ganz anderen Grund. Es stellte sich nämlich heraus, dass Google nicht nur fotografierte, sondern auch Informationen über private WLANs abgriff. Neben der wirklich notwendigen MAC-Adresse zeichnete man ebenfalls den Namen des Netzwerkes auf, für mich nicht nachvollziehbar. Besonders wütend war die Öffentlichkeit, dass Teile der übetragenen Informationen ("Payload") wie Emails ebenfalls gespeichert wurden. Google entschuldigte das mit einem Programmierfehler.
Leider wurden in all der Aufregung zwei wesentliche Punkte übersehen. Zum einen wird das Verfahren seit Jahren angewandt, weltweit führend ist die Firma Skyhook Wireless. Beim WPS (Wireless Positioning System) werden bekannte Positionen von WLAN-Netzen zur Ortsbestimmung genutzt. Gerade in städtischen Häuserschluchten ist die Ortsbestimmung über GPS recht unzuverlässig und kann durch WPS entscheidend verbessert werden. Viele heute verfügbare Produkte (Smartphones, viele Apple-Systeme) nutzen das Verfahren längst. Zum anderen hat Google selbstverständlich keine privaten Netzwerke geknackt. Das ist zwar theoretisch kein Problem, dauert aber mindestens 10 Minuten. Im Vorbeifahren ist das nicht zu machen. Und mit den gespeicherten Daten ist außer WPS nichts sinnvolles anzufangen. Das sind nur Informationsfetzen, aus denen niemand schlau werden kann.
Was man Google in jedem Fall vorwerfen muss ist die Heimlichkeit, mit der das Unternehmen agierte. Wenn Datenschützer sagen, das WLAN-Scannen sei nie Teil der Gespräche über Street View gewesen, dann glaube ich ihnen das und halte das Verhalten von Google für unentschuldbar. Sicher wird mit zweierlei Maß gemessen: Was bei Skyhook nie ein Problem war, soll Google nicht erlaubt sein. Aber Google ist eben kein beliebiges Unternehmen oder ein Forschungsinstitut. Damit müssen sie leben und ihre Kommunikation entsprechend ausrichten.
Nur sehe ich immer noch das Problem nicht, verglichen etwa mit dem Verhalten der Europäischen Komission. In einer Vorlage für das Europäische Parlament war von einem "Frühwarnsystem" gegen Kindesmissbrauch die Rede. Was tatsächlich gemeint war: Die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung auf jede Anfrage bei einer Suchmaschine. DAVON kriege ich Albträume, nicht von Bildern von meinem Haus. Und in dieser Sache sind mir noch keine Aktivitäten der deutschen Datenschutzbeauftragten bekannt geworden.
Worum geht es im Detail? Google möchte zu seinem Kartendienst Maps auch Straßenansichten hinzufügen. Dazu sind Kamerawagen unterwegs, die jede Straße abfotografieren. Offensichtlich treten zwei Probleme auf: Was ist mit den Menschen, die dabei fotografiert werden? Und was ist mit den Häusern? In Deutschland ist der Dienst heftiger umstritten als in anderen Ländern. Paradox: Über 90% der deutschen Suchanfragen landen bei Google, das sind mehr als in den meisten anderen Ländern (USA: 68%). Was jetzt genau Google vorgeworfen wird, habe ich bisher offen gesagt nicht verstanden. Irgendwie ist man der Meinung, eine freiwillige Selbstverpflichtung, alles datenschutzrechtlich sauber zu handhaben, reiche nicht aus. Ich bin hier etwas irritiert, weil die CDU sonst auch immer Selbstverpflichtungen für das Mittel der Wahl hält und gesetzliche Regulierungen ablehnt. Und von Datenschutz lasse ich mir von dieser Leyen-Truppe nichts erzählen.
Nummernschilder und Gesichter werden ohnehin verpixelt, bei Häuserfronten beruft sich Google auf die Panoramafreiheit. Es gibt meines Wissens schlicht kein Gesetz, was irgendjemandem verbieten kann, eine Häuserfront zu fotografieren. Speziell in Hamburg möchte man das ändern: Privatleuten soll die Möglichkeit eingeräumt werden, jedes Bild löschen zu lassen, auf dem sie abgebildet sind. Bisher haben sie das gesetzlich verbriefte Recht darauf nur, wenn sie den Hauptteil des Bildes ("formfüllend") ausmachen. Der Deutsche Journalistenverband warnt vor einem Eingriff in die Rechte von Fotografen - auf nichst anderes wird das Lex Google nämlich hinauslaufen. Im schlimmsten Fall kann die Veröffentlichung von Bildern einer Demonstration verboten werden, da keine Einwilligung aller 10.000 Teilnehmer vorliegt.
Die Aufregung der letzten Wochen hatte aber noch einen ganz anderen Grund. Es stellte sich nämlich heraus, dass Google nicht nur fotografierte, sondern auch Informationen über private WLANs abgriff. Neben der wirklich notwendigen MAC-Adresse zeichnete man ebenfalls den Namen des Netzwerkes auf, für mich nicht nachvollziehbar. Besonders wütend war die Öffentlichkeit, dass Teile der übetragenen Informationen ("Payload") wie Emails ebenfalls gespeichert wurden. Google entschuldigte das mit einem Programmierfehler.
Leider wurden in all der Aufregung zwei wesentliche Punkte übersehen. Zum einen wird das Verfahren seit Jahren angewandt, weltweit führend ist die Firma Skyhook Wireless. Beim WPS (Wireless Positioning System) werden bekannte Positionen von WLAN-Netzen zur Ortsbestimmung genutzt. Gerade in städtischen Häuserschluchten ist die Ortsbestimmung über GPS recht unzuverlässig und kann durch WPS entscheidend verbessert werden. Viele heute verfügbare Produkte (Smartphones, viele Apple-Systeme) nutzen das Verfahren längst. Zum anderen hat Google selbstverständlich keine privaten Netzwerke geknackt. Das ist zwar theoretisch kein Problem, dauert aber mindestens 10 Minuten. Im Vorbeifahren ist das nicht zu machen. Und mit den gespeicherten Daten ist außer WPS nichts sinnvolles anzufangen. Das sind nur Informationsfetzen, aus denen niemand schlau werden kann.
Was man Google in jedem Fall vorwerfen muss ist die Heimlichkeit, mit der das Unternehmen agierte. Wenn Datenschützer sagen, das WLAN-Scannen sei nie Teil der Gespräche über Street View gewesen, dann glaube ich ihnen das und halte das Verhalten von Google für unentschuldbar. Sicher wird mit zweierlei Maß gemessen: Was bei Skyhook nie ein Problem war, soll Google nicht erlaubt sein. Aber Google ist eben kein beliebiges Unternehmen oder ein Forschungsinstitut. Damit müssen sie leben und ihre Kommunikation entsprechend ausrichten.
Nur sehe ich immer noch das Problem nicht, verglichen etwa mit dem Verhalten der Europäischen Komission. In einer Vorlage für das Europäische Parlament war von einem "Frühwarnsystem" gegen Kindesmissbrauch die Rede. Was tatsächlich gemeint war: Die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung auf jede Anfrage bei einer Suchmaschine. DAVON kriege ich Albträume, nicht von Bildern von meinem Haus. Und in dieser Sache sind mir noch keine Aktivitäten der deutschen Datenschutzbeauftragten bekannt geworden.
Dummheit in Aktion
Dass ich den Spiegel nicht so gern hab, dürfte keine Neuigkeit sein. (Es ist dennoch eine autoriative Nachrichtenquelle, keine Frage.) Aber das hier erobert neue Dimensionen. Das hier, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist ein herausragendes Beispiel für ein echtes Schmierenstück.
Oh, und weil der Vorwurf der Boykotthetze noch nicht reicht, muss am Schluss nochmal gegen die Person getreten werden.
Dass Mankell kein ausgesprochener Freund des jüdischen Staates ist, stellt keine Neuigkeit dar. Als er 2009 Gast einer palästinensischen Literaturkonferenz war und die palästinensischen Autonomiegebiete bereiste, sagte er, dort erlebe man "eine Wiederholung des verächtlichen Apartheidsystems, das einst die Afrikaner und Farbige als Bürger zweiter Klasse in ihrem eigenen Land behandelte".WEIL Mankell Handlungen des israelischen Staates kritisiert, KANN er kein Freund dieses Staates mehr sein. Un-fass-bar. Und ganz nebenbei: Fällt endlich mal jemandem auf, dass der "jüdische" Staat nicht deckungsgleich mit dem "israelischen" Staat ist? Bei Israel ist eine Kritik automatisch ein "Ressentiment". Drunter geht es nicht. Dass man den Staat einfach mal an den ganz normalen Maßstäben (Völkerrecht, Menschenrechte) messen könnte, schein für viele mit einem Denkverbot belegt zu sein.
Oh, und weil der Vorwurf der Boykotthetze noch nicht reicht, muss am Schluss nochmal gegen die Person getreten werden.
Auch wenn Mitaktivisten berichten, dass Mankells Mut sich doch in überschaubaren Grenzen hält, wenn es darauf ankommt.Fehlt nur noch, dass man ihm vorwirft, er habe sich aus Feigheit nicht mit der Waffe in der Hand gegen die Israelis gewehrt. Was ich dem Spiegel jedenfalls nicht mehr vorwerfen werde, ist, mit fairen Mitteln zu kämpfen.
Ein deutscher Kollege sagt: "Als einige Journalisten ihre USB-Sticks und Mikrochips Mankell zum verdeckten Transport nach Europa zusteckten, gab er sie kurz darauf zurück."
Israelische Militäraktion: taktische Bewertung
Abgesehen von der strategischen Ebene (besonders der weltweiten medialen Wirkung) war die israelische Aktion auch militärisch eine Katastrophe. Die israelische Armee wusste seit Tagen, was da auf sie zukommt. Es hätte keine Überraschungen geben müssen. Das Entern von Schiffen ist auch keine besonders neue Sache, schon gar nicht in Zeiten somalischer Piraten. Die Israelis scheinen davon aber nichts mitbekommen zu haben. Nichts geübt, nichts gelernt, nichts geplant.
Ich glaube wirklich, wir haben oft ein falsches Bild von der israelischen Armee. Ein Kommentar unter dem obigen Artikel fasst die Sache gut zusammen:
Ich glaube wirklich, wir haben oft ein falsches Bild von der israelischen Armee. Ein Kommentar unter dem obigen Artikel fasst die Sache gut zusammen:
A common assumption is that the Israeli Defense Forces (IDF) are crack troops and highly professional. They're not. Their performance against Hezbollah in Lebanon revealed what a rabble many of them are. The basic problem is that their experience in the last 20 years has largely been against unarmed Palestinians in situations where nothing they do will receive any condemnation or sanction (apart from bodies they serially disregard, such as the Palestinian Authority and the United Nations). Brutality is the only tactic they've learned how to use - and then only against unarmed civilians. It's not particularly surprising that this was the first tactic chosen out on the high seas.Es ist schade, das die Israelis nicht verstehen, dass ihr Vorgehen auch aus Gründen schadet, die nichts mit Moral zu tun haben. Ohne Rückmeldungen gibt es kein Lernen. Und oft sind Veränderungen nur sehr schwer zu erreichen, manchmal nur mit Druck von außen.
Israels Militäraktion: Rechtliche Bewertung
Das schöne an einer rechtlichen Bewertung ist, dass man einfach auf die entsprechenden Paragraphen verweisen kann und keine politischen Debatten führen muss. Besonders hilfreich ist das im Fall der nun wohl bestens bekannten israelischen Militäraktion gegen mehrere zivile Schiffe, die nach eigenen Angaben Hilfsgüter in den Gaza-Streifen bringen wollten. Zuvor waren die Hilfsgüter eingehend in der Türkei und auf Zypern überprüft worden. Die Überprüfung war von einem Video-Stream übertragen worden. Man kann und sollte darauf verweisen, dass die Aktivisten das öffentlich erklärte Ziel hatten, die israelische Seeblockade gegen den Gaza-Streifen zu durchbrechen. Natürlich hatte umgekehrt Israel erklärt, die Flotille zu stoppen.
Dieses Ziel wurde zweifelsohne mit der Militäraktion am 31. Mai erreicht. Mit Booten und Hubschraubern näherten sich israelische Soldaten und enterten alle Schiffe des Konvois. Dabei starben 9 Aktivisten, mehrere israelische Soldaten wurden verletzt. Jenseits der moralischen Bewertung:
Das gilt aber alles nur, solange sich Israel mit dem Gaza-Streifen in einer militärischen Auseinandersetzung befindet. Problematisch ist, dass man bei anderen Gelegenheiten sich lieber als Besatzungsmacht begreift. Das geht aber nicht zusammen: Man kann nicht Besatzungsmacht sein, wenn der Krieg noch anhält.
Eine spannende politische Frage ist, warum Israel den Konvoi überhaupt auf offener See angehalten hat. Hätte man einfach gewartet, bis die israelischen Hoheitsgewässer erreicht worden wären, fiele die juristische Argumentation gegen den Angriff viel schwerer.
In jedem Fall war die Durchführung des Einsatz unverhältnismäßig. Selbstverständlich ist Israel nicht das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen. Eine hochgerüstete Armee muss sich jedoch gegen zivile Schiffe und deren Besatzung angemessen verhalten. Es ist die Aufgabe eines Prisenkommandos, auch unübersichtliche Situationen unter Kontrolle zu bekommen. Gelingt ihm das nicht, kann man schlecht den Angegriffenen einen Vorwurf machen. Zumal man gegenwärtig meines Erachtens nicht davon ausgehen kann, dass die Aktivisten vorsätzlich Gewalt gebraucht haben. Dass man auf den Booten außer Eisen- und Holzstangen, Küchenmessern und Sportschleudern keine Waffen gefunden hat, spricht gegen die Absicht einer militärischen Konfrontation.
Ich gehe schon davon aus, dass eine unabhängige Untersuchungskomission die oben aufgeführten Fragen beantworten kann - so in zwei, drei Jahren werden wir wohl die Ergebnisse sehen. Vielleicht werden die Ergebnisse aber noch etwas wirkungsvoller als der Goldstone-Bericht, der der israelischen Armee wie auch der palästinensichen Seite Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit währen der Operation "Gegossenes Blei" vorwarf. Bei der Offensive gegen die Hamas waren 1400 Palästinenser und 13 Israelis gestorben.
Dieses Ziel wurde zweifelsohne mit der Militäraktion am 31. Mai erreicht. Mit Booten und Hubschraubern näherten sich israelische Soldaten und enterten alle Schiffe des Konvois. Dabei starben 9 Aktivisten, mehrere israelische Soldaten wurden verletzt. Jenseits der moralischen Bewertung:
- Ist die Blockade gegen den Gaza-Streifen rechtmäßig?
- Durften die Aktivisten die Blockade durchbrechen?
- Durfte Israel die Schiffe stoppen?
- War das gewählte Vorgehen verhältnismäßig?
- Durften sich die Aktivisten gegen den Überfall wehren?
Das gilt aber alles nur, solange sich Israel mit dem Gaza-Streifen in einer militärischen Auseinandersetzung befindet. Problematisch ist, dass man bei anderen Gelegenheiten sich lieber als Besatzungsmacht begreift. Das geht aber nicht zusammen: Man kann nicht Besatzungsmacht sein, wenn der Krieg noch anhält.
Entweder der Konflikt ist beendet, dann ist Israel im Gaza-Streifen Besatzungsmacht und übt dort die Hoheitsrechte aus, hat aber kein Recht zur Seeblockade. Oder der Konflikt dauert noch an, dann ist die Hamas Kriegspartei, und Israel hat das Recht zur Seeblockade - kann sich dann aber auch nicht als Besatzungsmacht gerieren.Als Besatzungsmacht hat Israel nämlich besondere Pflichten, niedergelegt in der Vierten Genfer Konvention. Genau an dieser Stelle weigert sich Israel jedoch, dem Abkommen Folge zu leisten. Eine Anwendung des Abkommen hätte unter anderem zur Folge, dass die Siedlungen illegal würden - aus gutem Grund verbietet die Konvention die Ansiedelung von "feindlichen" Zivilisten im besetzten Gebiet. Auch wäre es verboten, die Gasvorkommen vor Gaza auszubeuten.
Eine spannende politische Frage ist, warum Israel den Konvoi überhaupt auf offener See angehalten hat. Hätte man einfach gewartet, bis die israelischen Hoheitsgewässer erreicht worden wären, fiele die juristische Argumentation gegen den Angriff viel schwerer.
In jedem Fall war die Durchführung des Einsatz unverhältnismäßig. Selbstverständlich ist Israel nicht das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen. Eine hochgerüstete Armee muss sich jedoch gegen zivile Schiffe und deren Besatzung angemessen verhalten. Es ist die Aufgabe eines Prisenkommandos, auch unübersichtliche Situationen unter Kontrolle zu bekommen. Gelingt ihm das nicht, kann man schlecht den Angegriffenen einen Vorwurf machen. Zumal man gegenwärtig meines Erachtens nicht davon ausgehen kann, dass die Aktivisten vorsätzlich Gewalt gebraucht haben. Dass man auf den Booten außer Eisen- und Holzstangen, Küchenmessern und Sportschleudern keine Waffen gefunden hat, spricht gegen die Absicht einer militärischen Konfrontation.
Ich gehe schon davon aus, dass eine unabhängige Untersuchungskomission die oben aufgeführten Fragen beantworten kann - so in zwei, drei Jahren werden wir wohl die Ergebnisse sehen. Vielleicht werden die Ergebnisse aber noch etwas wirkungsvoller als der Goldstone-Bericht, der der israelischen Armee wie auch der palästinensichen Seite Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit währen der Operation "Gegossenes Blei" vorwarf. Bei der Offensive gegen die Hamas waren 1400 Palästinenser und 13 Israelis gestorben.
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