R-E-S-P-E-C-T

Die zwölf Jahre meines Schülerdaseins werden für mich immer verlorene Jahre sein. Ich habe jeden einzelnen Tag in dieser Verwahranstalt gehasst. Wieso ich dort trotzdem mit vergleichsweise guten Noten rausgegangen bin ist mir bis heute ein Rätsel.

Zwei Jahre lang konnte ich aus meinem Klassenzimmer auf eine Sandsteintafel sehen: "Nicht für die Schule lernen wir ..." Was für ein Hohn. Selbstverständlich lernen wir allein nur für die Schule, nur ist die bedauerlicher Weise für einen langen Zeitraum unser Leben. Ich kann nicht einmal sagen, dass mich auch nur die Mehrzahl der im Unterricht behandelten Themen nicht interessiert hätte. Mich hat die Weise abgestoßen, in der sie behandelt wurden: Als Prüfungsstoff, als Testmaterial. Nicht aber als eigenständige Inhalte, mit denen ich mich intensiv hätte auseinandersetzen können, auf meine Art.

Das bedeutet alles keineswegs, dass ein Unterricht gut wäre, in dem jeder tun und lassen kann was er will. Diese Reife haben die meisten Schüler nicht, auch mir hätte ich sie damals nicht zugetraut. Lernen, besser: die Aneignung der Welt, ist harte Arbeit, deren Lohn lange auf sich warten lässt. Damit das jedoch überhaupt funktionieren kann, müssen Schüler institutionell respektiert werden. Das ist nicht der Fall. Viele Klagen heute und seit jeher singen das Lied vom Schüler, der seiner Schule unwürdig ist. (Es tritt auf: Frau Becker. "Sie müssen ja nicht hier sein, keiner hat sie gezwungen, auf's Gymnasium zu gehen." Ich hätte sie dann immer gern gefragt, wer sie eigentlich gezwungen hat, paidagogos zu werden. Verpasste Chancen.)

Ich mache hier meinen ehemaligen Lehrern keinen Vorwurf. Das sind schließlich keine Übermenschen (auch wenn sich einige so benehmen). Es braucht dazu schon eine größere Anstrengung, vorrangig von kundigen und engagierten Bildungspolitikern, die sich allerdings im Machtgerangel auch durchsetzen müssten. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass auch Lehrer die aktuelle Situation wenig befriedigend empfinden. Dieses tiefe Glück, Menschen wirklich Wichtiges zu lehren, vielleicht deren Leben für immer (positiv) beeinflusst zu haben - das wird sich so kaum einstellen.

Warum haben wir keine Schulen, die der Schüler würdig sind?

Als Papa das Schaf hielt und Oma den Joint rumgehen ließ

Dank Twitter: Zombie-Epedemie rechtzeitig erkannt!

zerstreute Zweifel

Bis vor kurzem war ich noch nicht so überzeugt, dass sich die Befürchtungen der Gegner von Zensursulas Stopschildinitiative in absehbarer Zeit verwirklichten. Das Beispiel Australien hat mich eines besseren belehrt.

History shows that secret censorship systems, whatever their original intent, are invariably corrupted into anti-democratic behavior.

Ins Nachtgebet ab sofort die Titanic einschließen!

Zugegeben: Haben wir erst nach längerem Hinsehen verstanden. Dann aber um so lauter gelacht.

Lmsytasijd (oder so ähnlich) III

Wir haben zwar jetzt auch noch keine Ahnung, was das so richtig ist, aber es sieht gut aus.

Mehr Alphas bitte

Ein gutgehütetes Geheimnis ist es ja nun nicht mehr: Google hat Konkurrenz bekommen, zum hundertsten Mal. Wolfram Alpha weiß zum Beispiel ganz genau Bescheid über Pi. Da kann kein Tafelwerk mithalten. Wir kommen aber erst wieder, wenn der Wizzard von Wolfram auch Bescheid weiß über Cronbachs Alpha.

Wie die Bismarck zu den Heringen geschickt wurde

Eine der gewaltigsten Kriegsmaschinen ihrer Zeit, das Schlachtschiff "Bismarck", wird im Mai 1941 von einem veralteten britischen Torpedoflugzeug manövrierunfähig geschossen. Nur dadurch können die Verfolger aufschließen und den Stolz der Kriegsmarine zu den Fischen schicken. Zufall, Mut, Wahnsinn - unmöglich zu sagen, was den Ausschlag gegeben hat für diesen Sieg der Royal Navy.

Zwei Dinge stehen jedoch fest: Es hätte schlicht keinen Unterschied gemacht, hätte die Bismarck sich einen Tag nach dem Torpedotreffer versenkt, zuvor in Brand geschossen von den britischen Geschützen. Der Kriegsverlauf wäre grundsätzlich kein anderer gewesen. Und: Es war das Ende der Ära der Schlachtschiffe als wichtigste Kampfeinheiten der Flotte. Ein Jahr später führten Japaner und Amerikaner im pazifischen Korallenmeer eine Seeschlacht, bei der Flugzeugen die entscheidende Rolle zukam. Die Mannschaften der Überwassereinheiten sahen die gegnerischen Schiffe nicht einmal mehr. Stattdessen tauchte feindlichen Jäger, Torpedo- und Sturzkampfbomber am Himmel auf, die von den Schiffsbesatzungen mit Flugabwehrgeschützen bekämpft wurden.

Und so werden heute die Ozeane von schwimmenden Flugplätzen beherrscht, statt von schwimmenden Geschützbatterien.

Für diese Erkenntnis mussten vor einem halben Jahrhundert 2000 junge Männer sterben. Verbrannt, zerissen, erfroren und ertrunken, irgendwo im Grau des Atlantik.

Headbang!

Know your enemy

Deswegen lesen wir heute bei den Feministinnen mit. Ersteindruck: Schickes Design, aber Frauen sind auch nur Menschen. Schade eigentlich.

Natürlich!

Deswegen habe ich Garfield heute nicht gesehen.

Neue Kategorie: Let me show you this awesome stuff i just discovered.

This is a highly original Blog and i approve of this advertisement. (Na? wo haben wir (naja, die Amis) das immer gehört?)

Windows Genuine Disadvantage

Windows Genuine Advantage ist ein Tool, das von Microsoft verwendet wird, um herauszufinden, ob das Windows, was man auf dem Rechner hat, auch ein Original ist.
Das Tool gibt es schon seit einiger Zeit, wobei meines Wissens nach keine großen Veränderungen in der Funktionsweise stattgefunden haben. Das Tool wird über das Autoupdate von Windows auf den Rechner geladen. Microsoft hat netterweise eine Funktion eingebaut, mit der man entscheiden kann, wie mit Updates verfahren wird. Jeder, der sich einigermaßen mit Windows auskennt, wird die Updatefunktion auf "Updates herunterladen, mich aber fragen vor dem Installieren" gestellt haben. Da kann man dann auswählen, welche Updates installiert werden sollen und welche nicht.
Aufgrund meiner völlig Haltlosen Schätzung denk ich mal, dass in Deutschland höchstens 60% der WinXP-Nutzer ein Original haben. Wenn also die Liste mit den Updates kommt, deselektiert man WGA einfach und verneint die Frage nach erneuter Benachrichtigung, soweit so gut. Microsoft ist aber so schlau, ändert aller 3 Monate 3 Zeilen Code im Programm (Wahrscheinlich nur das Erstellungsdatum und die Version :P) und schwupps, erscheint das Update wieder zusammen mit anderen Updates beim nächsten Rutsch.
Ich kenn genug Leute, die dann das Deselektieren von WGA vergessen haben, Ergebnis: Bricked Windows. Na klar, verdienen sie ja auch ;)
Die Bösen Raubmordfolterkindesmissbrauchkopierer, die sie sind. Und ich hab hier ne originale Home Edition rumliegen, von der der Key einfach nich mehr funktionieren will. Jeder denke sich seinen Teil.

Warum macht Microsoft soetwas? Man könnte denken, es gehe ihnen um ihre Urheberrechte. Doch ich hab andere Vermutungen: Man will XP-User endlich dazu bewegen, zum neuesten OS zu wechseln. Microsoft können Private Windows-Piraten nämlich herzlich egal sein, die Hauptkunden sind nämlich Firmen. Außerdem hat Microsoft 1. in seinen jungen Jahren selber bisschen Raubmordkopiert und 2. steigert Piraterie extrem den Marktanteil von Microsoft-Produkten. Na gut, ganz egal sind ihnen die Piraten wohl nicht, aber richtig was gegen sie machen tun sie auch nicht.

Obwohl ich nie von dem WGA-Problem betroffen war, bin ich jetzt auch zum Win7-RC gewechselt. Nach gut 2 Wochen Benutzung wird mir jedesmal fast schlecht, wenn ich XP hochfahren muss. Ich habs ja sogar soweit gepimt, dass es einigermaßen gut aussieht und mit 3 Millionen Zusatzprogrammen, von denen die Hälfte beim Start von Windows mit den Startprozess verlangsamt, hat es auch annähernd die Standardfunktionen von Win7. Ja, ich mag Windows 7. Soll das jetzt eine schamlose Fanboy-Werbung für Win7 sein? Nein, ich weiß ja, dass ich Microsoft jetzt die Lizenz zum ausspionieren von meinem Rechner und Nutzungsverhalten gegeben habe. Aber die Features sinds mir wert. Echt. Ich hab die 64-bit Variante drauf und es gab bis jetzt noch keine unüberwindbaren Treiberprobleme, Installationsprobleme ect. Das Wissen von 9GB DRM-Code stört mich zwar, aber erstens merk ich nix davon und zweitens wiegen die Features das auch wieder auf. Aero ist wirklich hübsch und nach ein paar für MS-OSs übliche Hacks kann man sogar custom skins installieren.

Und aus all diesen Gründen werd ich jetz bei allen Leuten, die das WGA-Problem haben, Win7 installieren. Ist kostenlos, legal, verbraucht soviel "Computer" wie XP.
Microsoft hats diesmal endlich geschafft.

Ach ja, die Windows-Entwickler fragen sich offenbar immernoch, wie sie den Nachfolger von WGA nennen sollen: WAT?

Pen trick fail

AHAHAHA!! So doof muss man erst mal sein.



Der Youtube-Channel is echt geil, lohnt sich weiter reinzugucken.

Hier sind nochn paar gute:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

All aboard the FAIL train

Irgendwie hab ich jetz doch keine Lust mehr, nach Tokyo zu ziehen...

Optical Illusions

Immer wieder lustig.

Die Irrelevanz der Kirche und andere Gedanken

"The Italian-born former supermodel risked angering believers in France and beyond by declaring that the Pontiff's proclamations showed that the Church needed to "evolve"." Von hier.

*Facepalm*

Endlich sprichts mal einer aus. Wir wollen doch niemandem auf die Füsse treten. Immer schön den Mund halten, man könnte ja jemandes Gefühle verletzen. Es gibt schon nen Grund, warum es mit unserer Gesellschaft immer weiter abwärts geht. Und wenn dann endlich mal den Mut hat, was zu sagen, wird ihm/ihr/es? jetzt schon vorgehalten, doch bitte an die PC zu denken. Wir brauchen mehr solche Leute wie die gute Frau (und weniger wie ihren Mann :P). Jetzt mal ganz ehrlich: Wer fühlt sich denn auf die Füsse getreten? Das sind doch die Schlipsträger und Altbürger. Na klar, paar Junge sind immer dabei, aber selbst die Nazis finden ja immer noch genug Anhänger.
Und immer diese Angst vor der Kirche. Ich kanns nicht mehr aushalten. Was haben die denn zu sagen? Will man damit keine Wähler verlieren? Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Schelm says: Aha, hier gehts ja gar nicht um Moral oder Anstand, nein, es geht um Wählerstimmen. Und so weiter. Auf jeden Fall können die mich mal mit ihrer Political Correctness. HOHOHO! <-(Pun very much intended)

Hexenverbrennung in Kenia

Dieses Video braucht keinen Kommentar. Es ist kein Fake, keine Hollywood-Inszenierung.

Sondern grauenvoll. Und es geschieht in der Welt, in der wir alle leben. Jetzt. Im 21. Jahrhundert.

video

Mein Haus ist cooler als dein Haus.

Teuerster Backlit-Screen ever!



Wer sich dazu den passenden Soundtrack anhören möchte: Spider Bait - Black Betty. (Kommt leise im Video vor, aber die Nachbarn sollen es ja auch mitbekommen.)

Ihr Husonauten!

Kleine Dokumentation des alltäglichen Umgangstons im pösen Internet. ICH LIEBE ES!

Och blöd

Lohnt sich jetzt doch nicht mehr, ins Kino zu gehn. Nach einem gewalttätigen Akt ist das Gefährt der Begierde leider nicht mehr unter uns.

Effizienz, meine Herren, Effizienz

Jetzt auch beim T-Shirt-Falten. Der Preis für's leben in der postmodernen Gesellschaft.

Netzklassiker IV

Na wo ist sie denn, die Escape-Taste?

SPSS Syntax Highlighting

Wer häufig die Syntax nutzt, wird unserer Meinung teilen: SPSS wäre hundertmal besser, verfügte es über die Hilfsmittel, die etwa bei Matlab selbstverständlich sind. Erst ab Version 17.0 gibt es überhaupt Syntax-Highlighting und Debugging. Und eine freie Einteilung der Fenster (Dateneditor, Ausgabe, Syntaxeditor) z.B. mit Andocken an ein Hauptfenster wird wohl für immer ein Traum bleiben. Spontan fallen uns noch 5 - 10 weitere Verbesserungsvorschläge ein, aber der Ruf wird wohl kaum bis Chicago reichen.

Alle, die nicht dringend auf Version 17.0 upgraden wollen, können sich immerhin das Syntax-Highlighting zurechtbasteln. Das ganze funktioniert mit dem TextPad-Editor. Der ist zwar nur Shareware, aber die kostenlos erhältliche Version nervt nur mit einer Meldung am Start und einer seltenen Bettelmitteilung, man möge bitte das Produkt kaufen.

Die exakte Anleitung, wie das ganze zu konfigurieren ist, lässt sich hier downloaden. Die halbe Stunde, die dafür geopfert werden muss, lohnt auf jeden Fall.

Update: Scheint nur bis SPSS 16.0 zu funktionieren. Wahrscheinlich liegt das daran, dass der Name der .exe in SPSS geändert wurde, die zuständig ist für die Übertragung der Commands an SPSS selbst.

Danke!

Haben die alle im ersten Semester gefehlt???

Bei der richtigen Fragestellung liefere die fMRI überaus wertvolle Antworten. Doch den meisten Studien fehle es eben an einer sinnvollen Fragestellung und testbaren Hypothesen, sagt sein Kollege Lutz Jäncke. „Da werden einfach Probanden mit irgendwelchen Stimuli traktiert, und nachher guckt man mal, wo es aufleuchtet“ (...)

Nero und die Astronauten

Bekanntlich wird ja immer alles schlechter. Alles?

Nicht das Kino. Wagen wir mal als mutige These in den Raum zu werfen. Natürlich nur gefühlt und nicht kunsthistorisch begründbar. Damit möchten wir teilnehmen am User-generated Nonsense-Wahn.

Sei's drum: Seit dem 7. April ist das Raumschiff Unternehmung, vulgo Enterprise, wieder unterwegs. Nein, nicht eigentlich wieder. Sondern erstmals. Was Marvel (Wolverine, Batman) und das Bond-Imperium vorgemacht haben, die Superheld-Werdung des jeweiligen Protagonisten nämlich, vollzieht sich jetzt im föderalen Universum der Star Trek-Clique. Ein solches Unterfangen ist nun nicht ganz risikofrei. Die weltweite Fangemeinde will sich beachtet fühlen, auf das die Integrität des Originals nicht beschädigt werde. Die Entwicklung unserer Helden muss sich psychologisch einigermaßen glaubwürdig darstellen, die Geschichte sowohl in sich geschlossen sein als auch Anknüpfungspunkte für weitere Abenteuer liefern. Zu gute Letzt möchten wir bitte die CGI nach dem neuesten Technikstand geliefert bekommen, aber das Drehbuch soll sich bitte nicht in Gelaber und Gewäsch verlieren. Dieser Effekt war schon bei Star Wars I - III zu bewundern: fantastische Landschaften, beeindruckende Weltraumschlachten, spritzige Rennen im Wüstensand, aber die emotionale Tiefe einer tatooinischen Regenpfütze.

Der "Lost" und "Alias"-Regisseur J. J. Abrams wagte sich ans Werk und enttäuschte nicht, wohingegen das Drehbuch teils in raumzeitliche Singularitäten versinkt.

Auftakt bildet der Angriff eines gigantischen Dingsdas auf ein Schiff der Föderation. Der wackere George Kirk opfert im Verlauf der Attacke sein Leben, damit die Crew unbeschadet das Weite suchen kann. An Bord eines der Rettungsshuttles ist sein klitzekleines Söhnchen James Tiberius, der trotz bescheuerten Namens im restlichen Film notgedrungen die Hauptrolle spielen wird. Ohne Sinn und Verstand, dafür mit um so mehr Arroganz prügelt und säuft sich der emotional Verstörte durch den Mittleren Westen, bis ihn eines Tages nach einer Kneipenschlägerei ein Freund seines toten Papas auf einen Trip zu den Sternen einlädt. Bedingung: Eintritt in die Sternenflotte. Findet J.T. erstmal zum Totlachen, überlegt sich (aus eher undurchdringlichen Gründen) die Sache aber bis zum nächsten Morgen anders. An Bord des Rekruten-Shuttles trifft er die Optimismus-Bombe Leonard "Pille" McCoy (grandios!: Karl Urban, besser bekannt als blondierter Reiterheld aus Herr der Ringe), mit dem ihn sofort eine herzliche Freundschaft verbindet.

Während in der Akademie die Dinge ihren gewohnten Gang nehmen (Kirk säuft, prügelt und vögelt grünlich schimmernde Schönheiten), hat auf dem Vulkan ein gewisser Herr Spock so seine Probleme mit der kulturellen Integration. Die Klassenkameraden sind nämlich üble Rassisten: Seine halbmenschliche Herkunft wird unserem Zweithelden in diversen Situationen vorgehalten, wobei es dann schnell vorbei sein kann mit vulkanischer Gelassenheit. Trotz hervorragender Noten mag Spock die angebotene Position in der Eliteakademie nicht antreten und entscheidet sich für's Burgerbraten, besser bekannt als Sternenflotte. Demzufolge verschlägt es den "Heros"-Psychopathen Zachary Quinto an die Sternenflotten-Akademie. Kirk und Kumpel Pille sind sich mit Spock gleich spinnefeind und referieren ihn als den "spitzohrigen Mistkerl".

Die Ausgangspositionen sind gesetzt, wir können nun getrost ein wenig der Geschichte überspringen. Es geschieht dies und das, und das ist alles im Prinzip ganz großartig. Actiongeladen und spannungsreich gelingt es den Helden (auch Uhura, Sulu und Mr. Chekov haben sich eingefunden) leider nicht, die Vernichtung von Spocks Heimatplaneten zu verhindern. Dafür verantwortlich ist der Mordbube Nero, dem Rom offensichtlich nicht mehr ausreicht als Lagerfeuermaterial. Hier müssen wir leider zum Wermutstropfen kommen. Eigentlich ist der Nero-Darsteller Eric Bana ("Blackhawk Down", "München") ja große Klasse. Hier darf er aber nur als eindimensionaler Bösewicht Racheschwüre zum Besten geben. Wäre vielleicht nicht ganz so schlimm, wenn der Grund seiner Rache einigermaßen verständlich würde. Das passiert aber nicht: Selbst eine Nullnummer wie Jar Jar Binks aus dem Star Wars-Paralleluniversum hätte gecheckt, dass es da nicht viel zu rächen gibt. Emotionale Verwirrung mag wohl einiges erklären, aber jeden Humbug kann man damit nicht rechtfertigen.

In jedem Fall hegt der gesichtstätowierte Bösewicht seine finsteren Pläne allein aus dem Grund, weil Spock nicht die Zerstörung von Neros Heimatplaneten Romulus verhindern konnte. Wie jetzt? Spock ist doch noch fast-Teenager? Ach so, Zeitreise, alles klar. Somit darf auch der Original-Spock, ein sichtlich gealterter Leonard Nimoy, mitspielen. Den trifft Kirk auf einem Eisplaneten. Sehr rührend: J. T. muss jetzt natürlich darüber aufgeklärt werden, dass die Erde nur rettbar ist, wenn er mit ihm, äh dem jungen Spock, also doch ihm, zusammenarbeitet. Jetzt aber schnell, die Zeit drängt. Und Scotty muss auch noch aufgesammelt werden! Klappt alles nicht ganz reibungsfrei, aber kurze Zeit später kann sich das Rettungsteam aufmachen zur Bewahrung der irdischen Schöpfung.

Rein logisch droht den Helden nicht allzu viel, schließlich wäre es kein Prequel zum Sequel, stürben sie alle in den unendlichen Weiten. Aber wir interessieren uns ja für die erwähnte Held-Werdung von Kirk und Konsorten. Machen wir es kurz: Im finalen Showdown, das die Erde vor der Auslöschung bewahrt, trickst Kirk seinen Antagonisten in die finale Vernichtung. Täterätää, Kirk erhält jetzt ganz offiziell das bisher nur komissarisch gehaltene Kommando über die Enterprise, und ab geht die Reise in unentdeckte Welten. Gesang, Abspann, fertig.

Alles in allem also eine großartige Party im All, mit genau der Action, die man in den bisherigen Filmen für gewöhnlich vermisste. Nur das Gleiten durch die Logik-Löcher gerät bisweilen zur Rüttelstrecke, die aber dem Drehbuch anzulasten ist, weniger Regisseur, und erst recht nicht den Darstellern.

Kurzmitteilungen III

Wir hören


Wir lesen was soziologisches. Und was technisches.

Wir lachen über TSGs Gezwitscher.
(Der erste, der bemerkt, dass es sich dabei um einen Titanic-Fake handelt, bekommt ein kostenfreies Zentralstellen-Abo.)

Wir bewundern die technologischen Fortschritte der Spiele-Industrie.

Wir unterschreiben Franziska Heines Online-Petition.

UVP - unverhältnismäßig verbilligter Preis

Wer da nicht zugreift ist selber schuld.

(mit Dank an die beste Freundin von allen)

So sieht's aus!

Lucky One

Vieles ist nicht so, wie wir es gern hätten. Dieses Stück aber ist zum Weinen schön.

Zensursula entmystifiziert.

Ahhh. Die Erklärung ist da.

Epic Fail.

Das sind sie, die deutschen Kinderschänder. Alles ordentlich beschriftet.



Ihre Kollegen, die Raubmordkopierer, haben sich ebenfalls ordnungsgemäß auf die Hausdurchsuchung vorbereitet.

The End is Nigh

Do You Have Swine Flu?

Netzklassiker II

Heute: Der Pedobear. (Hmm, warum heißt der wohl so?)





Ho ho ho und ne Buddel voll Rum

Jack Sparrow wurde zwar noch nicht gesichtet, aber ansonsten hat sich das Seegebiet vor Somalia zum modernen Äquivalent der Karibik gemausert, wie sie europäische und amerikanische Seefahrer besonders im 17. Jahrhundert fürchten mussten. Ganz so witzig ist das also doch nicht, die Sache mit den Piraten. Nichtmal ein Holzbein haben die. Dafür aber die gute alte Kalaschnikow, Raketenwerfer und Schnellboote. Und damit greifen sie Frachter und Kreuzfahrtschiffe an, um für deren Freigabe riesige Lösegelder zu erpressen. Wie konnte es so weit kommen?

Solange sich die Dritte Welt nur gegenseitig die Köpfe einschlägt ist das in der Regel kein Problem für den Westen. Hin und wieder werden durchaus humanitäre Hilfsaktionen unternommen, die zumindest dem ersten Anschein nach nicht primär geopolitischen Interessen dienen. Ein schönes Beispiel dafür ist die Intervention der UN in Somalia im Rahmen der UNOSOM-Mission, die 1992 begann. Ziel war die Sicherstellung von Lebensmittellieferungen an die hungernde Zivilbevölkerung, die - wie üblich - Hauptleidtragende des bis zum Vorjahr andauernden Bürgerkrieges war. Keiner von uns kann sich nur annähernd das Ausmaß von Zerstörung und Chaos vorstellen, in dem die Somalier damals wie heute versuchen müssen zu überleben. Ein Bürgerkrieg dürfte sich von zwischenstaatlichen Kriegen vorrangig darin unterscheiden, dass nicht "nur" die materielle Infrastruktur pulverisiert wird. Viel schlimmer: Die staatliche Autorität selbst geht über den Jordan. Es gibt keine Institution mehr, keine Organisation, die für eine einzelne Person Rechtssicherheit schaffen kann, die Gefahr für Leib und Leben abwendet und als Garant für alle anderen Grundrechte aufzutreten vermag. An eine effiziente Verwaltung und ein funktionierenden Gesundheitssystem ist nicht annähernd zu denken. Und nur in einem sozialen Gebilde, das diese Leistungen vollbringt, können Menschen auch für ihr materielles Wohlergehen selbstständig Sorge tragen.

Eine damit vergleichbare Situation gab es in Deutschland zuletzt während des 30jährigen Krieges. Auch wenn nach dem Zweiten Weltkrieg eben die materielle Infrastruktur in Form von Bahnlinien, Straßen, Häusern, Kanalisation oder Telefonleitungen in Trümmern lag: Es gab nach wie vor die funktionierenden Institutionen. Es ist kein Zufall, dass innerhalb kürzester Zeit Parteien gegründet werden konnten, die bis heute im Wesentlichen Bestand haben und einen enorm erfolgreichen Rahmen bildeten, den Wiederaufbau des Landes mitzuorganisieren und den Zusammenhalt der Bevölkerung zu gewährleisten. Ein Staat wird nach landläufiger Definition von Gebiet, Volk und Staatsgewalt gebildet. Der somalische Bürgerkrieg hatte alle drei Konstituenten ausgelöscht.

Das Fehlen einer Staatsgewalt bedeutet selbstverständlich nicht, dass es nicht verschiedene Organisationen gäbe, die versuchten, die Macht zu erlangen. Das sind in Somalia die Stämme. In dieser zutiefst tribalistisch geprägten Gesellschaft ist die Zugehörigkeit zum Clan alles. Verständlich: Ein Einzelner hat keine Chance. Nur die Unterstützung anderer ermöglicht Überleben. Auf unterster Ebene sind das eben die Verwandten. Die Schattenseite des Clan-Denkens bekamen die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen hautnah zu spüren, die zu Beginn der 1990er in Somalia versuchten, Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen. Natürlich strebte jeder Clan danach, soviele dieser Hilfsgüter für sich in Besitz zu bringen wie möglich. Landläufig nennt man das Raub. Aber dieser Begriff ergibt wohl nur in unserer Welt einen Sinn. Unser Besitz wird geschützt durch den Staat, den es in Somalia nicht mehr gab. Dem Mächtigen gehört in dieser Situation alles, dem Hilflosen nichts.

Eine multinationale Truppe sollte nun die Verteilung der Hilfsgüter an die tatsächlich Bedürftigsten sicherstellen (und nebenbei den Frieden im Land wiederherstellen). Das widersprach natürlich den Plänen der Warlords. Was wiederum die USA dazu bewog, den Berüchtigsten unter ihnen, Mohammed Farah Aidid, sowie einige seiner Spießgesellen aus dem Verkehr zu ziehen. Dazu wurde eine eigene Mission aufgestellt, in deren Rahmen US Rangers und die Delta Force diese Männer verhaften sollten.

Wir glauben häufig, uns (wirtschaftlich und militärisch) Unterlegene verfügten nicht über unsere Intelligenz, Lernfähigkeit oder Opferbereitschaft. Diesen Trugschluss bezahlten im Oktober 1993 19 Amerikaner mit ihrem Leben. Eine Kommandoaktion, in deren Rahmen eine Reihe hochrangiger Mitglieder von Aidids Organisation festgenommen werden konnten, endete in einem Blutbad - für die Somalis. Etwa 500 von Aidids Kämpfern (und Verbündeten) kamen im "Battle of the Black Sea" um. Allerdings hatten sie auch zwei Blackhawks abgeschossen und 19 Amerikaner getötet. Zwei der Leichen wurden im Triumphzug durch die Straßen geschleift. Durch Organisation mit einfachsten Mitteln und mit einem massiven Aufgebot von Kämpfern hatte es Aidid geschafft, die scheinbar übermächtigen Amerikaner empfindlich zu treffen. Kein Reporter, kein Kommentator sprach oder schrieb in den folgenden Tagen von einem überwältigenden amerikanischen Sieg, was es nach militärischen Gesichtspunkten war. Im Gegenteil: Die einhellige Meinung war, dass die Somalis den Amerikanern kräftig den Hintern versohlt hätten und es nun wirklich Zeit wäre, nach Hause zu gehen. Genau das hatte Aidid vorausgesehen. Er wusste, welche mediale Wirkung ein verstümmelter GI auf das amerikanische Fernsehpublikum ausübte. Clinton konnte und wollte sich nicht auf das Risiko einlassen, den Somalis die Gelegenheit zu bieten, ein solches Schauspiel ein zweites Mal zu veranstalten und zog die Truppen ab. Ohne Amerika als Hauptakteur der UNOSOM war diese Mission aber zum Scheitern verurteilt. 1995 zogen die letzten Blauhelme ab - Somalia gehörte wieder ganz den Warlords.

Seitdem hat sich der Westen nicht groß um das Land gekümmert. Hin und wieder wurde Giftmüll an seinen Küsten abgeliefert, alternativ konnte man auch die Gewässer leerfischen. Entsprechende Presseberichte tauchen erst jetzt auf, spielen im öffentlichen Diskurs über die Piratenplage aber keine Rolle. Das ist ein weiterer Aspekt des Zerfalls staatlicher Autorität: Wer hätte sich für die kleinen Fischer verwandt, die selbst hunderte Kilometer vor der Küste leere Netze aus dem Wasser zogen, wenn nicht der Staat selbst? Wer hätte dem Treiben der Trawler aus allen Nationen Einhalt geboten, wer hätte die Giftschiffe abgefangen, wenn nicht eine Regierung in Mogadischu? Die gibt es nicht. Also tat es niemand.

Und so wurden Fischer zu Piraten. Sie sahen die Frachter vorbeiziehen, sie hatten Hunger. Sie sahen die Öltanker, und sie hatten Waffen. Das sind ganz sicher zwei der wenigen Dinge, von denen es in ihrem Land im Überfluss gibt. Die ehemaligen Fischer müssen gewusst haben, dass ein Überfall auf ein 145 m langes Schiff mitten auf hoher See ein Selbstmordkommando ist. Piratenüberfälle waren für Frachtschiffer aus aller Welt nichts ganz neues. Seit Jahrzehnten ist die Straße von Malakka immer wieder Ziel von Überfällen. Seeleute wissen, wie man Angreifer mit einem Wasserstrahl zum Aufgeben bringt.

Aber vermutlich hat der jahrzehntelange Bürgerkrieg die Somalis auch zu besseren Kämpfern gemacht. Vielleicht auch zu verzweifelteren. In jedem Fall zu erfolgreichen, gemessen an den Lösegeldsummen und der weltweiten medialen Aufmerksamkeit - die von den Piraten selbstverständlich zu ihrem größten Vorteil genutzt wird. Vielleicht gehört der effektive Umgang mit Massenmedien auch zum Standardrepertoire somalischer Warlords. Die sahen natürlich schnell die geschäftlichen Möglichkeiten der Piraterie und stiegen groß ins Geschäft ein. Sie liefern heute Waffen, Boote, Personal, Ausrüstung ("Wie viele Satellitentelefone dürfen es denn sein?") und logistische Unterstützung. Gegen eine angemessene Profitbeteiligung, versteht sich.

Es ist niemals nur ein einziger Faktor, der zu einem so komplexen Phänomen wie Piraterie führt. In Somalia sind alle wichtigen vorhanden. Und sie werden solange wirksam bleiben, wie sich die Situation im Land selbst nicht ändert. Vielleicht kann sich die internationale Staatengemeinschaft durchringen, das Problem grundsätzlicher anzugehen als mit den zu erwartenden Kommandoaktionen und Luftschlägen gegen Piratennestern. Wahrscheinlich ist das nicht.

Doch nicht so einfach

Hier hatten wir uns darüber ausgelassen, mit welchen Mitteln die berüchtigte (von berühmt kann keine Rede sein) Annemarie Eilfeld ihr Fortkommen in DSDS bewerkstelligt hat. Peer Schader hat sich die letzte Ausgabe von Dieters Gruselshow angesehen und kann feststellen: Ein bisschen mehr gehört wohl doch dazu. Aber nur, weil Bild Auflage verliert.

Eine nicht ganz unüberraschende Erkenntnis hat uns "DSDS" in diesem Jahr dann aber doch noch geschenkt: die, dass auch der Einfluss der "Bild"-Zeitung seine Grenzen hat. Seit einigen Wochen rief das Boulevardblatt dazu auf, Annemarie Eilfeld zu wählen, und versprach jedem, der eine Beweis-SMS an "Bild" weiterleitete, die Chance auf einen 10.000-Euro-Gewinn. Mag sein, dass das eine Zeitlang gewirkt hat. Ins Finale hat es "Bild" damit nicht geschafft. Irgendwie beruhigend.

Netzklassiker I

Wir hoffen, Sie sitzen gut. Sonst fallen Sie womöglich noch vom Stuhl.