Der Dronenkrieg

Einer meiner Lieblingsjournalisten, Johann Hari, hat Obamas Dronenkrieg in Pakistan mal aus pakistanischer Perspektive zusammengefasst. Ich wüsste nicht, wo man ihm widersprechen könnte.

Gefunden!

We have to make sacrifices

Die Briten müssen sparen (um der Queen ihre Heizungskosten zu bezahlen), und deswegen erklärt der Verteidigungsminister, was in Zukunft alles nicht mehr bezahlbar ist. Ein Drittel des Budgets geht übrigens für Atomwaffen drauf.

Klar

Überraschung in der Welt:
Osama Bin Laden, der islamistische Terrorfürst und Al-Qaida-Chef, lebe nicht in einer Höhle, sondern in einem relativ komfortablen Haus in den nordwestlichen Stammesgebieten Pakistans unter dem Schutz der örtlichen Bevölkerung und einiger pakistanischer Geheimdienstler. So will es ein "hoher Nato-Mitarbeiter“ dem US-Sender CNN "gesteckt" haben. Aber was soll daran neu, gar exklusiv sein?

Wie gesagt, der Krieg gegen den Terror läuft halt nicht so gut. Btw: In Mexiko sind im Drogenkrieg seit 2006 ca 20,000 Menschen gestorben. Mal so als Maßstab.

Rekursive Summierung


function z = recSum(x)
% summiert rekursiv eine Zahl 1:n

if x = = 1
   z = 1;
else
   z = recSum(x - 1) + x;
end

Bürger im Krieg

Viel sinnvolles fällt mir zum Thema nicht ein, daher nur eine Notiz an mich: Heute dürfte der Tag sein, an dem auch der letzte merken konnte, dass es tatsächlich Polizeigewalt gibt - und das keine Erfindung spinnerter Linker ist.

Ach, doch nicht.
Als Polizist muss man oft genug den Kopf für alles mögliche hinhalten. Das ist schlimm genug. Wenn es sich um friedliche Demonstrationen handeln würde, müßten sie ja nicht einschreiten. Jeder erntet was er saet. Die Demonstranten müssen sich entscheiden, ob sie friedvoll bleiben und sachlich, realistisch, oder ob sie nur rumkrakelen wollen.
Einige missbrauchen die Demonstranten für ihre unredlichen Zwecke! Wacht endlich auf und kehrt zur Ordnung und Ruhe zurück. Nur dann werdet ihr Gehör finden!
Anders wird nichts daraus!

Aber: Die Presse läuft sich endlich warm. Hab schon gewartet. Der Stern hat eine Vorabmeldung: Chaos bei der Planung von S21. Wegen des schwierigen Untergrunds wurden Anlagen ohne Strom und Signalanlagen geplant, gleiches gilt für Brandschutzanlagen. Ich muss sagen, die Elite erstaunt mich immer wieder.

Drogenlegalisierung in Portugal

Eine Sache, die ich schon wieder aus den Augen verloren hatte: 2001 hat Portugal (anscheinend alle) Drogen "dekriminalisiert". Seither ist der Drogengebrauch konstant geblieben, unter jungen Leuten eher gefallen.

The political consensus in favor of decriminalization is unsurprising in light of the relevant empirical data. Those data indicate that decriminalization has had no adverse effect on drug usage rates in Portugal, which, in numerous categories, are now among the lowest in the EU, particularly when compared with states with stringent criminalization regimes. Although postdecriminalization usage rates have remained roughly the same or even decreased slightly when compared with other EU states, drug-related pathologies — such as sexually transmitted diseases and deaths due to drug usage — have decreased dramatically. Drug policy experts attribute those positive trends to the enhanced ability of the Portuguese government to offer treatment programs to its citizens — enhancements made possible, for numerous reasons, by decriminalization.

Hat er gut zusammengefasst, den Sachstand

Haste mal 1,39?

Der Hartz-IV-Regelsatz setzt sich wie folgt zusammen:

Erwachsene:
* Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke: 128,46 Euro
* Bekleidung und Schuhe: 30,40 Euro
* Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung (ohne Miet- und Heizkosten, die separat erstattet werden): 30,24 Euro
* Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände: 27,41 Euro
* Gesundheitspflege: 15,55 Euro
* Verkehr: 22,78 Euro
* Nachrichtenübermittlung: 31,96 Euro
* Freizeit, Unterhaltung, Kultur: 39,96 Euro
* Bildung: 1,39 Euro
* Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen: 7,16 Euro
* andere Waren und Dienstleistungen: 26,50 Euro

Was genau kauft man sich für 1,39 an Bildung? Einen Bleistift? Ah nein, wir leisten uns ein "t".

(von hier und da)

Der Dritte Raum - Swing Bopp

Musik wird immer schlechter, alles nur noch Charts-Grütze fürs Formatradio, seit den Beatles geht es nur noch bergab. Oder doch nicht. (Wobei, das Stück ist auch schon wieder 2 Jahre alt.)

Wiki-Artikel des Jahres

Penisverletzungen bei Maturbation mit Staubsaugern.

Weapon of mass destruction

Diese Woche hatte der Spiegel ein Stück über den Brandenburger Innenminister Rainer Speer. Der hatte sich seinen Computer MacBook klauen lassen. Da waren allerlei unangenehme Dinge drauf. Sicher nichts ungewöhnliches für einen Politiker, aber halt Sachen, die üblicherweise das Tageslicht scheuen.

Heute isser zurückgetreten. Sicher nur Zufall.

Aber auch in Niedersachsen sind interessante Entwicklungen zu erwarten. Die Wolfsburger Stadtwerke haben den Wahlkampf von Christian Wulff (un)freiwillig mitfinanziert. Telefonkosten bezahlt, Chauffeur finanziert, Mitarbeiter freigestellt bei vollen Bezügen. Nur der Duisburger Loveparade-Oberbürgermeister hält sich auf seinem Thron. Respekt. Insane skillz.

J.J. Cale - After Midnight

(Who spots the difference?)

Bilder (Kein intellektueller Anspruch)


(Stimmt)
(keine Ahnung was das soll)

Frauen sind einfach besser

Jetzt wäre gerade ein günstiger Zeitpunkt, nochmal zu diskutieren, was Frauen alles so in der Politik besser machen werden als Männer, wenn sie denn endlich mal an die Macht gelassen werden.

Die überraschende, schockierende Antwort: Nichts, nichts und nochmal nichts. Frauen dominieren die bekannte Schwachmatenvereinigung Tea Party, sagt Daily Beast jedenfalls. Wenn man die bekannten Gesichter im Kopf durchgeht - stimmt. Noch besser: Das ist keineswegs ein neues Phänomen. So, liebe Feministinnen, erklärt mir das mal.

Kleines Schmankerl am Rande: Der neue Shooting-Star am Himmel der irren Teelichter ist Christine O'Donnel. Sie hat in Delaware den etablierten Republikaner-Kandidaten für die Nominierung zum Senatskandidaten geschlagen. Und zwar mit dieser christlich-rechtsradikalen würg-Ideologie: Homosexuelle gehören alle in die Hölle, gebt Aids-Opfern weniger Geld, Masturbation ist Sünde. Lustig: Ihre Schwester ist eine Eso-Tante aus Hollywood, die laut eigener Aussage seit Jahren in einer homosexuellen Beziehung lebt. Trotzdem hat sie Christine im Wahlkampf unterstützt. Naja, nur weil sie ne Lesbe ist, macht sie das halt nicht schlauer als den Rest ...

Die Verachteten

„Wer ist ein Held? Derjenige, der seinen Feind zu seinem Freunde macht.“

Uri Avnery schreibt über seine Erlebnisse im Jom-Kippur-Krieg. Um es kurz zu machen: Wenn die Israelis wirklich Frieden wöllten, könnten sie den seit (mindestens) 37 Jahren haben.

Gnuplot in LaTeX

Jeder soll machen, was er am besten kann -- und soviel ich für PGFPlots (die große Tikz-"Vereinfachung") übrig habe, ich nehme lieber GNUplot. Nur wie kriegt man das in LaTeX?

In summary, to use the LaTeX facilities of GNUPLOT, the first command to GNUPLOT should be

terminal latex

and the output of GNUPLOT should be directed to a file, for example,

set output "plot.tex"

This may be anything you like but it should have a .tex extension, of course. Then the size of the plot should be given. For example, the command

set size 1,2

tells GNUPLOT to use a 5 inch wide by 6 inch high box for the plot. The numbers given are scale factors, not the actual size. The default is 5 inches by 3 inches. This is the size of the complete plot, including all labels.

When finished, the file will contain all of the plots you have specified (you probably only want one plot per file). This file can then be used in a LaTeX document, e.g.,

\begin {figure}
\begin{center}
\bogosityincarnate{plot}
\end{center}
\end {figure}

This puts the plot into a figure.

You will also want to read about the following commands: set title, set xlabel, set ylabel, set key, set label, set xtics, set ytics, and set clip. These are all described in the regular GNUPLOT manual.

von hier

System reparieren

Neulich wieder gesehen: Operating System Not Found
Und kein Backup. Hihi.
Ein Tool, das bei einem echten Plattencrash helfen könnte (hier war's ja wohl nur der MBR): System Rescue Disk. Und mit foremost kann man Dateien anhand des Headers finden. Hoffentlich geht bald mal ein Computer kaputt, damit ich das ausprobieren kann.

Young Blood Brass Band - Big Chill

gnuplot

Lange gewollt, erst jetzt gemacht: gnuplot macht Grafiken. Natürlich nicht von allein. In diesem kleinen Cheatsheet steht, wie man gnuplot ganz grundsätzlich mitteilt, wie es geht.

Für Windows-Nutzer: Windows sucks. Open Source-Programme laufen jedenfalls eher buggy drauf. Verwendet man cd, möchte gnuplot gerne die Trennzeichen als Slash statt als Backslash: 'C:/Dokumente und Einstellungen/Superuser/Desktop/MeineErsteGrafik.plt' Klingt komisch, ist aber so. Ansonsten wird häufiger mal die Datei nicht gefunden.

Zweitens: Ich habe gnuplot weder dazu bewegen können, SVG noch JPEG zu machen. PNG ging, aber nur, nachdem bei terminal eine andere Einstellung gewählt wurde (nachdem mit set terminal png nichts passiert war). Diese Grafik sah dann allerdings auch nicht aus, wie man erwartet hätte. Es bleibt nur Postscript. Das will allerdings extra mitgeteilt bekommen, wie die Grafik aussehen soll. Allein: Das nutzt auch nichts, weil M$ Word mit Postscript nichts anfangen kann (jedenfalls Version 2003). Also STRG+C beim Output set terminal windows, das ist am schmerzfreiesten.

Ob das ganze Geschäft etwas bringt, kann ich nicht sagen. Eigentlich kann Matlab das mindestens genauso gut. Aber wer hat schon Matlab? (bwahaha) Im Ernst: Die schönsten Grafiken macht immer noch LaTeX. Allerdings arbeiten LaTeX und gnuplot auch ganz gut zusammen. Wie immer alles Geschmackssache.

Gnu Plot Cheatsheet                                                            

Quellcode CheatSheet

LastFM-Ripper

Endlich mal wieder ein gutes Tool gefunden. Meine Hauptquelle für neue Musik ist LastFM. Was liegt näher, als die gehörte Musik gleich runterzuladen?

Geht erstaunlich simpel mit TheLastRipper. Der macht auch Spielereien wie ein Albumcover für die runtergeladenen Lieder mitzubringen. Wenn das Teil mit runterladen fertig ist, wird das Lied an Foobar geschickt ("C:\Programme\Foobar2000\foobar2000.exe" /add "%F"), und los geht's. Hübsch. Wenn man das mal den Tag über laufen lässt hat man viel Stoff.

Und für MySpace gibt's VMLoad. Muss man halt die URL eingeben, dann sucht es sich selbst Mukke. 

Steal This Slideshow

Ich bin von Präsentationen generell nicht überzeugt. Meistens verstehe ich nicht, was das soll - den Kram kann ich mir auch durchlesen, das macht schlauer. Ein gewisser Herr Desjardins liefert zumindest Vorschläge, wie man die Zuhörer nicht länger zu Tode langweilt. Ob die davon auch mehr Inhalt mit nach Hause nehmen - ich weiß es nicht.


STEAL THIS PRESENTATION!
View more presentations from @JESSEDEE.

Pass(t) schon

Na gut, ist nicht der Pass, nur der Ausweis. Der hat eine klitzekleine Schwachstelle. Man soll ihn von zu Hause aus nutzen können, um sich über den RFID-Chip im Netz identifizieren zu können. Schade nur, dass sich über das Teil sämtliche Daten auslesen lassen. Was soll's: Der Innenminister sagt, das ist trotzdem sicher. Wird schon stimmen.

Meine Meinung

Die Bundeswehr hält nichts von Medal-of-Honor. Spielt nämlich in Afghanistan, wo Menschen Sterben. Nuja, liegt vielleicht daran, dass man sie umbringt (natürlich nur zu ihrem besten).

Netzdingens: Wir haben keine Ahnung

Eieiei. Jetzt bedroht Street View schon die Netzneutralität. (Den Rest des Beitrags muss man gar nicht mehr kommentieren.)

BibTeX4Word

Ich bin sehr zufrieden mit JabRef/BiBTeX, aber die Word-Integration fehlte mir bisher. Wahrscheinlich wird es immer so sein, dass ich kurze Sachen in Word schreibe, ist einfach eine Kompatibilitätsfrage.

JabRef selbst sorgt für keiner derartige Integration. Stattdessen gibt es BibTeX4Word (aber nur für Windows - Linuxuser interessieren sich ja aber eh nicht für Word). Das funktioniert ganz gut, ist aber auch nicht perfekt. Die Einrichtung ist erstmal etwas kryptisch.

Nicht die Installation selbst, das geht fluffig: Falls man schon MikTeX und BibTeX hat, reicht's, wenn man den Ordnerinhalt ins Programmverzeichnis und die Word-Stilvorlage Bibtex4Word.dot ins passende Verzeichnis kopiert:%appdata%\Microsoft\word\STARTUP
Word neu starten, falls noch geöffnet - fertsch. Bei Word 2007 erscheint dann unter den Add-Ins eine Zeile mit 6 Einträgen.

So. Jetzt das Fummelige. Meine BibTeX-Keys sehen alle so aus: Autor:Jahr. Und das ist ein Problem, weil BibTeX4Word ":" als Suchcharakter verwendet, als "magical character". Mit meinen Keys findet B4W nichts in der Datenbank. Es gibt zwar eine Möglichkeit, den Suchcharakter umzudefinieren, aber das funktioniert bei mir nicht. Der einzige Weg ist, den Key zu ändern. Das ist nicht schwierig, dauert 10 sec, aber sollte so nicht sein.

Die nicht funktionierende Methode, den Charakter zu ändern, sieht so aus: [Stil]/$[neuer Charakter für Suche] /$

Welche Zitationsstile möglich sind, ist übrigens durch MikTeX bestimmt. Hier eine Übersicht über die Möglichen Stile. APA kommt da eher schlecht weg. Aber das ist mir egal, weil ich sowieso lieber IEEE verwende (Referenzen über [#]).

Neue Zitationen werden über das rote Plus eingefügt. Leider scheint es keine Möglichkeit zu geben, die Zitationen im Text zu ändern, je nachdem ob die Zitation direkt im fließenden Text oder in einer Klammer steht. Aber das ist nur für APA relevant, insofern egal.

Das Literaturverzeichnis wird erstellt/aktualisiert über einen Klick auf das Listen-Symbol, an der Stelle, an der sich der Cursor befindet.

The Who - Boris The Spider

Brilliant

"wenn jemand zu dir sagt: zeit heilt alle wunden!
dann hau ihm in die fresse und sag: warte gleich wird's besser!" 

Wählt FDP!

The Shadows - Apache

Wissenschaftsjournalismus

Der Stand dieser Disziplin ist recht bedauernswert. Eigentlich darf man hier nicht einmal von einer Disziplin sprechen. Wahrscheinlich gibt es so was überhaupt nicht.

Aktuell: Meeresbiologen haben sich die Menge an Phytoplankton angeschaut, die durch die Ozeane schippert. Also die kleinen Pflanzen, von denen sich das Zooplankton ernährt, Krebse zum Beispiel. Unstreitig ist, dass es in den letzten 100+ Jahren einen drastischen Rückgang gibt. Im Nature-Artikel sprechen die Autoren von einem Rückgang von etwa 1% pro Jahr seit den späten 1800ern.

Den Aufmacher für die zahlreichen Artikel ist in aller Regel, dass seit den 1950ern die Plankton-Menge um 40% abgenommen hat. Komisch komisch: Im erwähnten Artikel steht davon aber nichts. Ich habe auch nach dreimaligem Durchlesen eben diese Zahl nicht finden können. Auch die Angabe der 1%-Abnahme macht in diesem Zusammenhang keinen großen Sinn. Denn in diesem Fall stünden wir heute noch mit etwa einem Drittel der Menge an Plankton da, die es noch zur vorletzten Jahrhundertwende gab. DAS wäre doch mal ein Aufhänger gewesen. Die einzige Meldung, deren Autor den Artikel auch gelesen zu haben scheint, schreibt nichts von dieser Zahl.

Bei einem Rückgang von 1% sehen die Prozentangaben wie folgt aus:
  • 1890 - 1950: 100% --> 54,72%
  • 1951 - 2008: 54,72% --> 30,24%
Seit 1951 hätte dann also ein Rückgang um 44,74% stattgefunden. Sollten die 40% korrekt sein, war der Rückgang also kleiner als erwartet.

Über die weitere Auswertung des Artikels muss man gar nicht sprechen. Dass steigende Temperaturen ein Faktor sind, ist klar. Es kommt aber so gut wie gar nicht rüber, dass es auch andere Einflüsse geben muss. Denn die Variabilität der "Abnahme" ist extrem hoch. Im südlichen Pazifik zeigen die Aufzeichnungen eine starke Abnahme in den 1960ern sowie eine große Spitze Ende der 1990er. Alles andere als einen klaren Trend also. Und in einigen Regionen gibt es keine Abnahme, sondern eine starke Zunahme: Im südlichen Indischen Ozean geht die Plankton-Masse gegenwärtig geradezu durch die Decke.

Und natürlich wird nicht darauf verwiesen, dass die Suche nach erklärenden Faktoren sich auf physikalische und klimatische Ursachen beschränkte. Der naheliegende Einfluss der Fischerei wurde nicht untersucht.

Schwierige Entscheidung

Abzählbar unendlich

zwei dinge sind unendlich, internetpornografie und albert einstein-zitate, und bei der internetpornografie bin ich mir sicher.

Ruben Cossani - Raus

Keine Homophobie

Der CSD in Leipzig hat Post bekommen, von einem Chemnitzer CDU-Ortsverbandsvorsitzenden.
Sehr geehrte Damen und Herren,

eines vorweg. Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen und somit einer Vielzahl von Menschen regelrecht aufdrängen. Lebens Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe. Und nun noch ein paar Worte zu dem Interview bei MDR Info am vergangenen Wochenende. Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zurschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität in einer immer liberalen werdenden Gesellschaft inzwischen als "Trendy". Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase sind. Jedoch war die Äußerung einer Konfrontation mit Homosexualität gegenüber Kindergartenkindern eine unerträgliche Unverschämtheit. Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt.

Mit freundlichen Grüßen Kai Hähner
 Sehr schön finde ich die deeskalierende Reaktion des CSD. Sie wollten wohl gar nicht, dass die Email öffentlich wird.

Neues aus der Werbung


Bwahaha

Internetklassiker

Ist zwar noch keiner, wird aber einer :)
Darf ich vorstellen: Rageguy, aka fffuuu.


Am genialsten sind die "Everything went better than expected".

WTF?

Bei Windows XP ist es nicht möglich, einem Ordner den Namen "Con" zu geben. Keine Ahnung, ob das auch bei Win 7 noch zutrifft.

UPDATE: Ja, geht auch bei WIN7 nicht.

Und hier ist der Grund:
Microsoft KB-Artikel
Seite mit Erklärung

Bill Preston - Get Back

Red Hot Chili Peppers - Road Trippin'

Who's sorry now?

Das Ende einer Ära

In den USA geschehen all die Entwicklungen, die uns noch bevorstehen. Deswegen werden dort auch die Artikel geschrieben, die bei uns fehlen. Sei es, weil die Entwicklungen hier noch nicht so klar zutage treten, sei es, weil dort die aufmerksameren Journalisten leben.

Hier also der Artikel, auf den ich schon lange gewartet habe. Nicht dem Tenor nach, sondern in dieser Detailliertheit, in dieser Schärfe und Eindeutigkeit. Das Magazin The Atlantic schreibt über etwas, das hier noch keiner in Länge und Breite zu argumentieren wagt: The End of Men.
Earlier this year, women became the majority of the workforce for the first time in U.S. history. Most managers are now women too. And for every two men who get a college degree this year, three women will do the same. For years, women’s progress has been cast as a struggle for equality. But what if equality isn’t the end point? What if modern, postindustrial society is simply better suited to women?
Ich sage es ganz ehrlich: Ich habe Angst. Und ich meine, das ist berechtigt. Ich glaube nicht wirklich an eine Gesellschaft, in der Macht und Einfluss gleich verteilt sind. Irgendeine Gruppe wird immer versuchen, ihre "Gegner" kleinzuhalten. Am schwierigsten ist es, wenn Entwicklungen gerade im Entstehen sind, wenn noch nicht so klar ist, wohin die Reise eigentlich geht. Bedauerlicherweise machen sich darüber zu wenige Gedanken, daher ist es fast sinnlos, hier eine Diskussion anzufangen.

Schlussendlich wird jede Gesellschaft von wirtschaftlichen Erwägungen getrieben. Denn ohne Wirtschaft ist alles aus. In den 100,000 Jahren der Menschheitsgeschichte war es nie anders: Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral. Und auf individueller Ebene lässt sich kaum etwas machen. Wir sind Sklaven eines Systems, auf das wir kaum einen Einfluss haben, nicht einmal die Mächtigsten unter uns. Moral kann in Zweifelsfällen eine Entscheidung erleichtern. Aber alles in allem schubst uns das System in eine bestimmte Richtung. Es verschafft die positiven Anreize und negativen "Abstöße", die über längere Zeit unsere Entscheidungen prägen. Die unser Leben formen.
Man has been the dominant sex since, well, the dawn of mankind. But for the first time in human history, that is changing—and with shocking speed. Cultural and economic changes always reinforce each other. And the global economy is evolving in a way that is eroding the historical preference for male children, worldwide.
Es scheint, als seinen Frauen einfach besser angepasst an unsere moderne Gesellschaft, in der Kooperation letztlich mehr zählt als Konkurrenz. Und wenn der Einzelfall stark abweichen kann vom statistischen Mittel: Wir sprechen hier gerade über Aggregate, nicht über Lieschen Müller und Hubert Schmidt. Man sieht den Wald eben besser, wenn man nicht auf den einzelnen Baum achtet. Der Wald, das sind konkurrierende Männer. Darin sind sie wirklich gut. Allerdings produziert es auch viele Verluste, denn es kann nur einen geben. In der gegenwärtigen Gesellschaft ein zum Scheitern verurteiltes Modell.
As thinking and communicating have come to eclipse physical strength and stamina as the keys to economic success, those societies that take advantage of the talents of all their adults, not just half of them, have pulled away from the rest. And because geopolitics and global culture are, ultimately, Darwinian, other societies either follow suit or end up marginalized. In 2006, the Organization for Economic Cooperation and Development devised the Gender, Institutions and Development Database, which measures the economic and political power of women in 162 countries. With few exceptions, the greater the power of women, the greater the country’s economic success.
In der letzten Rezession haben vor allem Männer Arbeit verloren. Es waren eben die körperlich anstrengenden, gefährlichen Jobs, die zuerst verloren gingen. Die traditionellen Industriejobs. In einer Gesellschaft, die sich von der Industrie zur Informations/Dienstleistung orientiert, kein Wunder.
The postindustrial economy is indifferent to men’s size and strength. The attributes that are most valuable today—social intelligence, open communication, the ability to sit still and focus—are, at a minimum, not predominantly male.
Aus irgendeinem Grund scheinen Männer weniger anpassungsfähig als Frauen. Ich weiß wirklich nicht, warum, aber ich glaube, das ist eine korrekte Analyse. Auf der anderen Seite wurde die Gesellschaft - besonders die Wirtschaft - auch aktiv an die Bedürfnisse von Frauen angepasst. Da diese in Massen in die Wirtschaft strömen, passen sie wiederum ihre Umgebung weiter an ihre Bedürfnisse an. Eine der üblichen Spiralen also. Wer sich mit dem Phänomen nicht tiefgründiger beschäftigt, sieht wahrscheinlich nur auf die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne. Hier ist die Lagge - aus Frauensicht - nach wie vor düster. Das sagt aber nichts über den Trend aus. Über kurz oder lang wird sich das erheblich ändern, die Politik macht es vor.

Ich sagte oben, dass mir die Entwicklung Angst macht. Warum? Fühle ich mich persönlich bedroht? Das ist sicherlich teils richtig. Wenn in einer Stellenanzeige steht, dass Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt werden, dann habe ich ein Problem. Aber das ist bei weitem nicht alles. Mir macht es eher Sorgen, dass wir bald mit einer wachsenden Gruppe junger Männer zu kämpfen haben, die schlecht ausgebildet sind, die für sich keine Perspektive im Leben sehen. Und das dürfte nichts neues sein: Wenn es um "echte" Aggression geht, machen Frauen Männern nichts vor. Dann fliegen die Fetzen wirklich. Ich habe Angst, dass sich unsere Gesellschaft weiter differenziert. Dass wir (wieder) die Klassengesellschaft vor uns haben. Und ich glaube nicht, dass Frauen angesichts dieser Schwierigkeiten bessere Entscheidungen treffen als die männlichen Führer der vergangenen Jahre. Sie sind eben nicht moralischer, besser, Wesen von einem anderen Stern.

Männern fehlt eine echte Perspektive. Frauen können heute im Prinzip alles machen. Manche Entscheidungen werden mit Verlusten verbunden sein, etwa Kinderlosigkeit. Aber Männer haben diesen Luxus nicht. So gut wie keine Frau wird tatsächlich einen Partner als Hausmann akzeptieren. So gut wie keine Frau wird unter ihren soziodemographischen Möglichkeiten einen Partner suchen. Das ist eine dämliche Illusion.
It is fabulous to see girls and young women poised for success in the coming years. But allowing generations of boys to grow up feeling rootless and obsolete is not a recipe for a peaceful future. Men have few natural support groups and little access to social welfare; the men’s-rights groups that do exist in the U.S. are taking on an angry, antiwoman edge. Marriages fall apart or never happen at all, and children are raised with no fathers. Far from being celebrated, women’s rising power is perceived as a threat.
Ich glaube, wir bräuchten hier und jetzt ein Umdenken, dass nämlich Männer (Jungen) mindestens so stark gefördert werden müssten wie Frauen, um sie auf die Zukunft vorzubereiten. Ich glaube aber ebenso sehr, dass genau das nicht geschehen wird. Morgen war gestern irgendwie angenehmer. Morgen ist die gespaltene Gesellschaft. Morgen ist die einsame Gesellschaft.

Obrint Pas - Som

Schnell schnell

Ich habe schon ein bisschen zu lange gewartet, aber egal. Ehe es also die große Runde (Tagesschau, Spiegel Online etc) macht: Ich sage mal voraus, dass im Golf von Mexiko weiterhin Öl austreten wird. BP hatte es ja endlich geschafft, ein Ventil auf der Quelle zu installieren.

Wie das Netz aber schon vor Wochen geflüstert hatte, ist höchst wahrscheinlich die ganze unterirdische Apparatur im Eimer. Wird also die Quelle oben dicht gemacht, sickert das Öl aus den Bruchstellen in den Leitungen unter dem Meeresboden und tritt an anderen Stellen wieder aus. Denn so steigt der Druck in der Leitung, was dazu führt, dass sich das Öl durch die lecken Stellen quetscht. (Ich dachte, dass ich das irgendwo schonmal erwähnt hätte, aber das scheint nicht der Fall zu sein.) Das war jedenfalls die plausibelste Erklärung, warum die Operation "Top Kill" nicht funktionieren konnte. Außerdem gibt es ein schönes Video, auf dem jede Menge Öl-Austrittstellen zu sehen sind, nicht nur an der Quelle selbst.

Nun tritt wohl genau dieser Fall ein. Ich hätte vorher eine Wette drauf abschließen sollen :/

Jacques Loussier Trio - Sarabande

Die einzige Demokratie im Nahen Osten

So sieht sich Israel jedenfalls selbst. Der Beobachter möge selbst urteilen und sich vergleichbare Szenen im Bundestag vorstellen.



Hintergrund

WM 2010: Fazit

Ich hab da mal ne Frage

An der Mauer zwischen den Deutschlands sind mindestens 136 Menschen gestorben, je nach Zählweise können es auch 245 sein. Sagen wir also: 245 Menschen sind mit voller Absicht umgebracht worden, weil sie über eine Grenze wollten. Sagen wir, sie sind ermordet worden.

Wie ist das eigentlich, wenn man jemanden nur fahrlässig tötet, weil er über eine Grenze will? In der Wüste zwischen den USA und Mexiko sterben jährlich (!!!) etwa 450 Menschen. Dieses Jahr werden es wohl besonders viele.

Natürlich versuchen die Grenzpolizei und private Organisationen, so viele Menschen zu retten wie möglich. Im letzten Jahr sollen das über 1300 gewesen sein. In Mexiko werden Warnschilder aufgestellt, in der Wüste gibt es Rettungssender, die die Illegalen aktivieren können, damit die Grenzpolizei sie abholt. Hilfsorganisationen legen Wasserdepots an.

Trotzdem fühlen die Illegalen sich gezwungen zu kommen, und müssen das auf dem denkbar gefährlichsten Weg tun. Je dichter die Grenze gemacht wird, desto mehr weicht man in abgelegene Gegenden aus, desto größer wird die Gefahr. Achso - wenn sie legal kommen dürften, müssten sie überhaupt nicht durch die Wüste und könnten völlig risikolos einreisen.

Also: Wie viele fahrlässig getötete lateinamerikanische Illegale sind so viel wert wie ein ermordeter deutscher Republikflüchtling?

Mad Caddies - Hound Bound

Nicht mal ne halbe Flasche Whiskey reicht aus ...


yes I'm leavin
yes I'm leavin you behind
I'm still believing
what we had was really never mine
lookin back a blank expression
penetrated silence into me
and I'm startin to bleed

Jetzt neu!

Endlich ist sichere Kommunikation im Internet möglich - der Deutschen Post sei dank. M(((
Aber solange man damit nur die Doofen wegfangen will, hat es wohl wenig Sinn, sich darüber allzusehr zu echauffieren.

Kann ich helfen?

Alles was man wissen muss

Neue Excel-Funktion: Bomben entschärfen


Mickys verschollener Zwillingsbruder

Banda Bassotti - Arbeitsloser Marsch

Jetzt

Wie sagt es Bildblog so schön: "Jetzt" steht bei der Bild für einen "Zeitraum, der grob zwischen einem, drei, fünf und 22 Jahren liegt".

Die Welt handhabt das nicht anders, ist ja der gleiche Konzern: "Jetzt haben Forscher entdeckt, dass Zigaretten auch das Erbgut beeinflussen – in einem extrem hohen Ausmaß." Das habe ich schon vor 7 Jahren herausgefunden, beim Lesen meines Biopsychologie-Buches nämlich.

Ok ok, es ist wohl eher der Anreißer. Im Artikel steht durchaus, dass es sich nur um die größte Studie zum Thema bisher handelt. Wahrscheinlich wollte ein Redakteur das Stück noch ein wenig aufpeppen. Trotzdem: Willkommen in der neuen medialen Volksverdummungsmaschine.

Die Ölpfütze, die einst ein Meer war

The Specials - Too Hot

Immer die anderen

Huch. Das hätte ich nicht erwartet: Der Toyota-"Skandal" ist keiner. Angeblich war der japanische Autohersteller ja für hunderte Opfer verantwortlich, weil durch klemmende Gaspedale das Auto unkontrolliert in die Leitplanke beschleunigte.

Quark, sagt jetzt das US-Verkehrsministerium: Die Fahrer haben Gas und Bremse verwechselt. Und was macht die Presse? Die vierte Gewalt hat nie in Zwischentönen berichtet. Für die war alles schon immer klar: Toyota hat Schuld. Bis heute, jetzt hat man es schon immer gewusst, dass da etwas nicht ganz stimmen konnte.

Spiegel Online:
"Eine Unschuldsvermutung gab es nie in den USA, obwohl Zweifel von Anfang an angebracht waren. So hätte auch kritischen Betrachtern in den USA auffallen müssen, wie sich die Zahl der Fälle plötzlich häufte, in denen "unschuldige" und "vorsichtige" Autofahrer von ihren angeblich kaputten Toyotas in andere Verkehrsteilnehmer, Leitplanken und Hauswände getrieben wurden. Nachdem erste Unfälle in den Medien aufgetaucht waren, verzehnfachten sich die Beschwerden. Die Begründung, Gaspedale seien irgendwo "steckengeblieben", hinterfragte kaum ein Experte."
Dass es beim Spiegel schon lange keine Experten mehr gibt, ist nichts neues, Dass man sich selbst für unfähig hält, kritisch zu sein, ist natürlich ebenfalls eine korrekte Einschätzung. Das in dieser Offenheit zuzugeben, hätte ich allerdings nicht erwartet.

Bei den anderen selbsternannten Qualitätspresseorganen schaue ich lieber nicht nach, sonst mach ich hier noch das Rumpelstilzchen.

The Wire

Na toll. Da habe ich die letzten 3 Tage wirklich damit verbracht, mir die 5 Staffeln von The Wire anzusehen. Aber das war es wert. Es handelt sich schließlich um die beste Serie der Welt. Sagt Metacritic. Weil es stimmt.

Normalerweise finde ich Serien nach einer kurzen Zeit recht langweilig. Der Plot wiederholt sich, man sieht die Entwicklungen meilenweit voraus. Die Charaktere sind schnell farblos, facettenarm. Die Themen drehen sich um das immer gleiche, die Witze sind fad. Bei The Wire ist alles anders.

Baltimore ist die größte Stadt in Maryland. Etwa eine Stunde fährt man nach Washington, zwei nach Philadelphia. Groß ist vor allem die Vergangenheit der Stadt. Edgar Allen Poe wohnte hier. Ihre Städtepartnerschaft mit Bremerhaven kommt nicht von ungefähr. Außer in New York betraten in keiner anderen US-Stadt mehr Emigranten zum ersten Mal God's Own Country. 1950 wohnten stolze 950,000 Einwohner an der Chesapeake Bay. Der Hafen und die Schwerindustrie bildeten das wirtschaftliche Rückrat. Heute sind es gerade noch 640,00, und es werden jährlich weniger. Was Detroit im Nordosten ist, stellt Baltimore an der Atlantikküste dar: Den amerikanischen Albtraum vom Niedergang der großen Städte.

Was ist passiert? Stadtverfall nennt Wiki das. Es begann wohl mit der weißen Mittelschicht, die aus der Stadt in den Speckgürtel zog, White Flight genannt. Einer der Gründe war die Rassentrennung, ein anderer die Anbindung der Vorstädte an ein Autobahnnetz und die allgemeine Verfügbarkeit des Automobils. Es blieben die Armen, die Schwachen, die Alten, kurz: Die Minderheiten. Der Stadt, in der die reichen Vorstädter ihr Geld verdienten, brach schnell die Steuerbasis weg. Und eine Stadt, die kein Geld für Infrastruktur ausgeben kann, ist schneller tot als Soziologen einen Artikel darüber schreiben können. Kein Geld für Öffentlichen Nahverkehr, kein Geld für Schulen, kein Geld für Polizei.

Dazu muss man vor allem wissen, dass Schulen und Polizei in den USA kommunal organisiert werden. Natürlich gibt es Zuschüsse von den Bundesstaaten und der Bundesregierung. Aber aufgrund der künstlichen Einschränkung der Einnahmen, besonders unter Reagan, trocknete auch dieser Geldstrom aus.

Viele amerikanische Innenstädte sehen furchterregend aus. Drogenhandel an den Ecken. Ganze Viertel von Abbruchhäusern. Ganze Zeltstädte von Obdachlosen. Machtlose Schulen, machtlose Polizei. Das ist die Welt, in der The Wire spielt. Was diese Serie so besonders macht, ist die Wut, die Leitenschaft, mit der sie all das darstellt, was schief gelaufen ist und schief läuft in den amerikanischen Städten. Sie liebt Baltimore wirklich. Häufig erwischt man sich selbst bei dem Gedanken: Wie schön könnte es hier sein? Und wie grausam ist die Realität?

Mittelpunkt von The Wire ist eine Einheit, die die großen Drogenbosse durch Abhöraktionen erwischen will - daher der Name. Doch das wird fast unmöglich gemacht durch Geldmangel, politische Intrigen und die Intelligenz ihrer Gegner. Die Drogenhändler sind in erster Linie pragmatische Unternehmer. Zuerst kommt das Business. Sie sind brilliante Kapitalisten. Der einzige Unterschied zu legalen Unternehmen ist, dass sie ihr Produkt unter etwas ungünstigen Bedingungen an den Junkie bringen müssen. Und ist erstmal genügend Geld zusammengekommen, versuchen einige der Bosse, in den legalen Sektor (vor allem Immobilien) zu kommen. Dabei helfen Drogenanwälte sehr gerne. Es ist soviel Geld im Spiel, dass für jeden etwas abfällt. Wer auch immer sich durchsetzen kann, wird im Handumdrehen reich. Sehr reich.

Allein die Darstellung dieses ökonomischen Kreislaufes ist so brilliant, dass es dem Zuschauer den Atem verschlägt. Endlich versteht man, warum der Krieg gegen Drogen nicht funktionieren kann. Werden Drogen beschlagnahmt, steigt einfach nur der Preis - was wiederum den Anreiz erhöht, weiter Drogen zu verkaufen. Einfachstes Wirtschaftswissen. Und deswegen: Um Gottes Willen, legalisiert endlich Drogen.

Von einem einzelnen zu erwarten, aus dieser Gesellschaft auszubrechen, ist lächerlich. Wohin sollte er? Ohne Schulabschluss, ohne Familie, in Unkenntnis der Sitten der "normalen" (also unserer) Welt. In einer Szene sieht man einen 15, 16-jährigen, der rauswill. Er liest die Stellenanzeigen. Angebote gibt es nur für Leute mit guter Ausbildung. Die einfachen Jobs, die Gelegenheitsarbeiten, die sind schon lange verschwunden. Wovon soll er also leben?

Vielleicht die beste Staffel ist die vierte. Darin geht es schwerpunktmäßig um eine Middle School (6. - 8. Klasse). Die Lehrplaninhalte sind lächerlich für Jugendliche, die täglich um's Überleben kämpfen. Wozu sollen sie griechische Tragödigen lernen? Ihr Mathelehrer kann sie aber schnell für Wahrscheinlichkeitsrechnung begeistern: Damit kann man nämlich beim Würfeln gewinnen. Zu viel mehr reicht es aber nicht. Kein Wunder, denn die Schüler müssen nach Schulschluss ja noch arbeiten: Sie stehen an den Drogenecken und verkaufen. Oder bewachen den Ort. Oder halten Ausschau nach der Polizei.

Leider war die Serie kommerziell nicht besonders erfolgreich. Gerade wegen der Komplexität muss man die meisten Folgen gesehen haben. Entwicklungen werden bisweilen nur angedeutet und das Personal ist umfangreich. Daher wurde The Wire nach fünf Staffeln eingestellt. Schrecklich. Aber nicht so schrecklich wie der amerikanische Albtraum.



Übrigens: Der Autor der Serie, ein ehemaliger Polizeireporter der Baltimore Sun, glaubt nicht, dass sich irgendetwas ändern wird. In einem Interview sagt er:
The next time the drug czar or Ashcroft or any of these guys stands up and declares, "With a little fine-tuning, with a few more prison cells, and a few more lawyers, a few more cops, a little better armament, and another omnibus crime bill that adds 15 more death-penalty statutes, we can win the war on drugs" -- if a slightly larger percentage of the American population looks at him and goes, "You are so full of shit" ... that would be gratifying.

YmmD

War mal wieder auf Beichthaus, und nach unzähligen Beichten mit Comments, dass die Leser nach lesen dieser sehr erheitert gewesen wären (ich fand sie alle nicht lustig), fand ich diese Beichte hier:

Als ich heute meine Sommerräder aufziehen wollte, ist mir mal wieder meine eigene Blödheit vorgeführt worden. Ich hab mir extra ein Radkreuz ausgeliehen, Arbeitsdecke ausgebreitet, Getränke und wollte loslegen doch scheiterte schon an der ersten Radschraube. Das Ding wollte und wollte einfach nicht losgehen. Ich also mit aller Gewalt drauf rumgeprügelt, das Internet nach Tipps durchsucht, ein Rohr als Verlängerung aufgesetzt, mir eine schöne Macke in die Felge gehauen weil ich zu brachial war und sogar rumtelefoniert, welche Werkstatt mir einen Schlagschrauber zur Verfügung stellen könnte. Nach einigen Stunden und etwas Besinnung stellte ich dann fest: Ich habe die ganze Zeit in die falsche Richtung gedreht. Also einmal kurz in die andere Richtung gedrückt und schon hatte ich alle Schrauben los.

In den Comments fanden sich auch noch ein paar Juwelen wie diese hier:
Mein alter Lehrmeister sagte immer:"Seitdem das deutsche Reich besteht, wird die Schraube rechts gedreht!" und
"Nach fest kommt lose, dann kommt ab!"

Und anstatt einen weiteren Kommentar auf Beichthaus zu schreiben, der ja doch nur ins Echo mit einstimmt, schreib ichs einfach mal hier: You made my Day! Thank You.


Polizeigewalt

Ich kommentiere das mal nicht, das hat gulli schon getan. Nur so viel: Irgendwie nicht überraschend, dass in der Mainstream-Presse kein Wort darüber verloren wurde.

Ich lolierte

Programmierer und seine Frau.
Sie: Schatz, wir haben kein Brot mehr, könntest du bitte zum Supermarkt gehen und 1 holen? Und wenn sie Eier haben, bring 6 Stück mit.
Er: Klar Schatz, mach ich!
Nach kurzer Zeit kommt er wieder zurück und hat 6 Brote dabei.
Sie: Warum nur hast du 6 Brote gekauft?!?
Er: Sie hatten Eier.

Lang nicht mehr gehört


Randnotiz
Das Lied scheint mir die weit verbreitete Auffassung zu widerlegen, damals™ hätte keiner über die Gefahren des Rauchen Bescheid gewusst.

Der Anschluss des Vatikan

Wie lang sind zwanzig Jahre? Birken in den Dachrinnen, Müll im Hinterhof, ein paar Wartburgs und Trabis am Straßenrand: Spazierte einer der heutigen Bewohner der Neustadt durch sein Stadtviertel, nachdem ihn eine Zeitmaschine im Jahr 1990 abgesetzt hätte, er dürfte seinen Augen kaum trauen.

Damals war das Viertel der Abrissbirne nur knapp entkommen. Obgleich vom Krieg verschont, war der DDR-Führung mehr an der Schaffung preiswerten neuen Wohnraums gelegen als an kostspielige Investitionen in historische Bausubstanz. Die Neustadt sollte nur noch „abgewohnt“ werden, bis man endlich Zeit und Mittel fände, auch auf der nördlichen Elbseite Plattenbauten zu errichten.

Bequem war das Wohnen zwischen Bautzner Straße und Bischofsweg jedenfalls nicht. Kohleheizung, Klo auf halber Treppe, die Badewanne (immerhin!) in der Küche. Aber man hatte seine Ruhe vor dem durchorganisierten sozialistischen Alltag, als Musterviertel taugte die frühere Antonstadt nicht. Zudem war Wohnraum in der DDR chronisch knapp. In der Neustadt ließ sich zur Not ein Haus besetzen und leidlich herrichten. Und deswegen kamen sie, die Unruhegeister, die Anarchisten, Studenten natürlich, und gestalteten zusammen mit dem Alteingesessenen ein Viertel nach ihren Vorstellungen. Kneipen wurden nach Gutdünken eröffnet, da wo eben Platz war. Bunt und chaotisch sollte die Welt sein.

So wie ihr Stadtteilfest, die Bunte Republik Neustadt. Die Idee wurde in der wilden Wendezeit geboren, natürlich während eines abendlichen Umtrunkes. Im Gegensatz zu anderen schrägen Einfällen wurde dieser in die Tat umgesetzt: Drei Tage wird die Neustadt eine unabhängige Republik sein, mit einem Monarchen als Staatsoberhaupt. Wozu auch Wahlen? Wenn die wirklich etwas veränderten, wären sie längst verboten. Das politische Programm enthielt die Forderung, den Vatikan anzuschließen.

Unser Zeitreisender steigt wieder in seine Maschine. Am Martin-Luther-Platz klettert er hinaus, reibt sich verwundert die Augen. Ist das immer noch das selbe Viertel? Kaum ein Haus unsaniert, Kinderwagen regieren den Bürgersteig, ein BMW fährt vorbei.

Was ist passiert? Stadtgeographen nennen das „Gentrifizierung“. In einer grundsätzlich attraktiven Lage - am besten Gründerzeitviertel, Park um die Ecke, zentral gelegen - bereiten „Pioniere“ den Boden. Studenten, Künstler und sonstige übliche Verdächtige werden von günstigen Mieten angelockt. Alternative Kneipen und innovative Clubs sorgen für Unterhaltung, das junge und ungebundene Publikum für regen Besuch. Aus den Studenten werden Berufstätige, die ihren Stadtteil nicht verlassen wollen. Das bringt Investoren auf den Plan. Die können jetzt mehr für sanierte Häuser verlangen. Wer nicht zahlen kann, wandert in die städtischen Randbezirke ab. Mit der äußeren Veränderung kommt die soziale Umwälzung.

In der Neustadt ist das nicht so brutal abgelaufen wie im Hamburger Schanzenviertel oder auf dem Prenzlauer Berg. Sicher wird es nicht dazu kommen, dass Neureiche ein ganzes Quartier von seinen ehemaligen Bewohnern übernehem, sich also die soziale Zusammensetzung völlig verändert. Wenn man so will, wird die Neustadt vielleicht nicht den Vatikan anschließen können. Immerhin vermag aber auch der Vatikan nicht, die Neustadt zu unterwandern. Hausbesetzungen hat das Viertel lange nicht mehr gesehen, und wer auf wirklich günstigen Wohnraum angewiesen ist wird schwerlich etwas finden. Aber ein Teil vom Echten, Wilden, Anarchischen ist doch geblieben. Der Vatikan hat nicht gesiegt.

Wer's kennt darf sich 1337 fühlen

4-stellige Primzahlen und ihre Permutationen

Nichts interessantes, bitte weitergehen ... Nur interne Dokumentation.

Wen's trotzdem interessiert: Es kam mal die Frage auf, ob es eine vierstellige Primzahl gibt, deren Permutationen ebenfalls Primzahlen sind. Konnte sich keiner vorstellen. Tatsächlich gibt es deren 992, wobei nur vierstelle Permutationen mitgezählt wurden (also z.B. nicht 19). Einige haben sogar 11 Permutationen (von 24 möglichen) die ebenfalls Primzahlen sind. Ööööhhm. Ich bin ein bisschen doof. Eine vierstellige Zahl hat ja 4! = 24 mögliche Anordnungen. Damit die Grundidee zutrifft, müssten alle Permutationen ebenfalls Primzahlen sein. (Ist irgendwie offensichtlich, aber nicht für mich beim Aufschreiben.) Maximale Anzahl von Permutationen, die auch Primzahlen sind, ist aber 11, nicht 24. Also war's nix.

Immerhin habe ich mal wieder festgestellt, dass Matlab bei Matrixoperationen absolut unschlagbar ist. Nicht nur ist das Ding wirklich fix, es gibt einfach jede Menge saucoole Funktionen, die das Arbeiten sehr erleichtern. Zum Beispiel jeden erdenklichen Kram für Permutationen oder den unique-Operator, der aus einer Matrix alle Dubletten rauskramt.

Blaue Linien sind Primzahl-Permutationen >= 1000, schwarze Linien < 1000. Tschuldigung für die hässliche Graphik, Google ist schuld.

(Diese Angabe ist natürlich immer noch ohne Gewähr. Ganz sicher habe ich mich auch irgendwo im Code verschrieben.)

LaTeX: Floats

Floats in LaTeX sind immer ein Grund für Kopfschmerzen.
Perhaps its useful at this point to delve just a bit into the mechanism LaTeX uses to determine where a float goes.

There are several integer-valued registers (called counters in TeX jargon) that limit the number of floats on a page: the number at the top, the number at the bottom, and the total. In addition, there are limits on the fraction of a page that can be occupied by floats — again, at the top and bottom separately, as well as the page as a whole.

If there are too many floats to fit on a page, LaTeX pushes them on to the next page, and the next; eventually, floats may end up at the end of the document. If the [p] option has been provided to individual figures and tables, they may be pushed together onto a “float page” that has no text. But even here, the defaults are stingy about the amount of space taken up.

The result is often that some individual float is too big to go anywhere, and so migrates to the end of the document. Unfortunately, the rule that says all figures must appear in sequential order (and a similar rule for tables) means that the single offender sweeps away everything that should follow it.
von hier

Man meint ja auch, die Option here würde helfen. Tut sie nicht.

Many people find L A TEX’s float placement specifiers too restrictive. A Commonly Uttered Complaint (CUC) calls for a way to place a float exactly at the spot where it occurs in the input file, i.e., to not have it float at all. It seems that the [h] specifier should do that, but in fact it only suggests to L A TEX something along the lines of “put the float here if it’s OK with you”. As it turns out, L A TEX hardly ever feels inclined to actually do that. This situation can be improved by judicious manipulation of float style parameters.
Abhilfe schafft das Paket float. Da kann man ein [H] spezifizieren, und gut ist. UND DAS FUNKTIONIERT WIRKLICH.

Der wahre Grund

Querverweise

Erinnert sich noch jemand an Second Life? Der Spiegel hatte da nicht nur ne Titelgeschichte, sondern tatsächlich Storys über einen eigenen Avatar namens "Sponto". Und nu? Aus die Maus. Linden Lab, die Firma hinter dem ganzen Käse, entlässt ein Drittel der Mitarbeiter. Da schreibt der Spiegel jetzt nichts mehr drüber, komisch aber auch.

Viele Menschen wollen BP jetzt helfen, die Botschaft der Marke BP zeitgemäßer zu gestalten. Was könnte da besser sein als ein neues Logo?

Fußballer-Interviews finde ich meistens langweilig. Die Typen sind Strunz-dumm und lassen ihre eingeübten Interview-Sprüche ab. Hier ist mal eine Unterhaltung zwischen Interviewer und Fußballer, die den Namen auch verdient: "Löws Neuer". Scheint ein cooler Typ zu sein.

Ein Nachrichtenthema, das wie jedes Jahr untergeht: Die Bilderberg-Konferenz. Ist ein krasses Teil, über das halt kaum berichtet wird, am ehesten findet man was in Blogs.
Die sogenannten Bilderberg-Konferenzen finden seit 1954 jährlich an wechselnden, möglichst geheim gehaltenen Orten statt. Angeblich sind die Treffen rein privater Natur, doch wenn die Mächtigen aus Wirtschaft und Adel Politiker zum geheimen Gespräch laden, wundern sich auch Menschen, die keinen Verschwörungstheorien anhängen.
Der Hammer: Die Zeit ist auf's engste mit dieser Konferenz verbunden, schreibt aber keine Zeile darüber.

IsraelIsraelIsrael. So langsam nervt es. Aber ich muss meinen dokumentarischen Pflichten nachkommen, da spielen meine Befindlichkeiten keine Rolle. Hier geht's zu den Fotos von verprügelten israelischen Soldaten. Jawoll, die sehen ordentlich vermöbelt aus, Platzwunden und dergleichen. Ich sehe trotzdem keinen Grund, deswegen 9 Zivilisten über den Haufen zu schießen.

So, demnächst zahlen wir eine Haushaltspauschale statt der bisherigen gestaffelten GEZ-Beiträge. Hatte ich ja neulich schonmal thematisiert. Komisch, den großen Aufschrei hat's nicht gegeben, das lief eher im Blog-Bereich. Mal zwei Positionen: Die Fernsehkritik hat keinen Bock auf "Pauschale Abzocke", der Spiegelfechter sieht's pragmatischer und freut sich, dass die GEZ bald stirbt. Zumindest hat der Spiegelfechter gute Argumente, die man ruhig durchdenken sollte.

Mal ein paar Takte zu unseren Bundespräsidenten-Kandidaten (den Rennicke lass ich mal unerwähnt, so als Systempresse-Bestandteil). Fangen wir an mit dem Gauck. Da hat sich ja grade im Netz eine veritable Unterstützer-Fraktion zusammengefunden. Dabei ist der Typ voll bescheuert, mal ganz unter uns. Ein richtig neoliberaler Knochen, anti-links bis ins letzte Nasenhaar. Mit Joachim Gauck bekäme Schwarz-Gelb ihren marktradikalen und neoliberalen Spielmacher, was weitreichende Folgen für unseren Sozialstaat und die Schwächsten unserer Gesellschaft nach sich ziehen würde. Der Wulf ist nicht viel besser, ich würde ihn aber vorziehen. Auch wenn er in engem Kontakt mit christlichen Fundamentalisten steht. Zu solchen, bei denen sogar die Evangelische Kirche von Kontakt abrät. Seit Jahren warnen Sektenbeauftragte der evangelischen Kirchen vor dem Kreis, den sie als "fundamentalistische Splittergruppe am äußerst rechten Rand des Protestantismus" verorten. Und dann gibt's ja noch eine Kandidatin der Linkspartei. Die scheint sogar noch bescheuerter zu sein als die beiden anderen, das muss man ja erstmal schaffen. So ist das eben, wenn man "Lukrezia" heißt. Konkret:
Als der Bundestag vor vier Jahren darüber debattierte, ob die Verschärfung des Urheberrechts durch die Einführung einer Bagatellklausel abgefedert werden sollte, die eine Kriminalisierung weiter Teile der Bevölkerung verhindert hätte, wurde dies von Lukrezia Jochimsen im Plenum mit der Begründung abgelehnt, solch eine Bagatellklausel würde "genau das schwächen, was unsere Gesellschaft dringend braucht: das Rechtsbewusstsein, welches geistiges Eigentum respektiert".
Na vielen Dank. Ich geh jetzt in den Keller und schnitz mir meinen eigenen Kandidaten.

Daniel Bahrenboim stellt die richtige Frage

Ich wusste nicht, dass der Mann so klug ist. Unbedingt das ganze Interview lesen!
ZEIT: Halten Sie die israelische Bedrohungsanalyse nur für Einbildung oder Paranoia?

Barenboim: Nein, die Israelis müssen sich in der Tat verteidigen, aber nur deshalb, weil sie so agieren, wie sie es getan haben und weiterhin tun. Sehen Sie, man kann mit Blick auf die Palästinenser bezweifeln, ob sie wirklich das Existenzrecht Israels akzeptieren und ob sie wirklich mit den Juden zusammenleben wollen. Nur hat das, anders als eine verbreitete israelische Interpretation unterstellt, mit den Nazis und dem Holocaust nichts zu tun. Wenn ein Palästinenser, dessen Familie ein Haus in Jaffa oder in Nazareth seit dem 11. Jahrhundert besitzt, nun nicht mehr das Recht hat, dort zu leben, und dieser Mensch hasst dann die Israelis – das hat doch mit Adolf Hitler nichts zu tun.

(...)

ZEIT: Die israelische Politik sagt: Wir haben keine Partner auf palästinensischer Seite.

Barenboim: Meinen Sie, die Palästinenser haben einen Partner? In Palästina haben Sie Fatah und Hamas, und Sie haben den dritten Weg der Mubadara, geleitet von einem Politiker wie Mustafa Barghouti, der sagt: "Widerstand, aber ohne Gewalt". Einen dritten Weg, einen Mustafa Barghouti – das gibt es in Israel nicht. Wenn es so weitergeht, sind die Tage von Israels Existenz gezählt. Die demografische Entwicklung zeigt uns, dass die Juden nicht in der Mehrheit bleiben werden. Was dort passiert, das ist Apartheid, das ist nicht haltbar. Und was mich wirklich wütend macht, ist, dass viele israelische Regierungen, nicht nur die jetzige, davon überzeugt sind, sie hätten das Recht, Leute umzubringen, weil sie Israels Existenzrecht nicht anerkennen. Das kann doch nicht sein.
Hier lang

Die 100jährige Tischtennis-Oma

JMStV: GTFO

Unsere Ministerpräsidenten haben was getan, nämlich etwas beschlossen: Die Novelle des Jugendmedienschutzstaatsvertrages. Unter anderem soll eine Alterskennzeichnung und eine Sendezeitbeschränkung im Internet eingeführt werden.

(Irgendwie erscheint mir das ganze Gebilde noch etwas unwirklich. Mir ist es ein völliges Rätsel, wie man das Wesen der Internetkultur so permanent und vollständig ausblenden kann.)

In jedem Fall ist und bleibt dieses Programm nicht jugendfrei. Um diesen Anspruch noch einmal in aller Deutlichkeit vorzutragen:

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Sorry, musste sein

Israel vs. Palästina, die Kurzfassung

Der 40%-Schwindel

Nur eine kurze Notiz: Geht es um Kinder und Kinderlosigkeit, kommt unvermeidlich das 40%-Argument: 40% der Akademikerinnen seien kinderlos (und müssten deshalb besonders gefördert werden). Wie es scheint, ist die Zahl völliger Müll. Also richtig. So falsch wie das geozentrische Weltbild. Ich finde es ja immer wieder äußerst faszinierend, wie das geht: Dass so eine krasse Lüge sich so lange hält. Nuja, Leute sind halt doof.

Die Wahrheitsbesitzer

LaTeX: Auf der Suche nach dem verlorenen Leerzeichen

LaTeX hat die unangenehme Eigenschaft, Leerzeichen nach Makros zu verschlucken. \LaTeX Text wird also zu \LaTeXText. Grund: Das Leerzeichen nach dem Makro wird als Makro-Ende interpretiert, nicht als Leerzeichen.

Abhilfe schafft xpace, das in LaTeX standardmäßig enthalten ist. Beispiel:
\usepackage{xspace}
\newcommand{\latex}{\LaTeX\xspace}

Things Cannot Be Unseen

Des Volkes Unwille

Nur eine ganz kurze Zwischenbeobachtung: Beim vorgestellten Sparpaket der Bundesregierung scheint sich das ganze Land einig zu sein: Es ist Schrott. Irgendwie explodiert hier der Volksunwille. Ich  habe bisher noch keinen einzigen zustimmenden Artikel gesehen. In den Kommentarbereichen aller Online-Zeitungen (selbst Welt) brennt die Luft. Einige sehen das als den Genickschuss für die Regierung Merkel. Soweit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen, aber sie wird mindestens dauerhaft beschädigt.

Let's get it on!

Was soll man sagen ...

Peinlich, aber war: Ich lese ja recht regelmäßig das Beichthaus. Das wollte ich aber nicht wirklich sagen, sondern viel mehr auf diesen Beitrag hinweisen. Auszug:
Ich bin Türsteher und mein Chef gibt mir immer die klare Ansage "Keine Ausländer im Club"! Damit meint er alles was südländisch aussieht. Frauen sind hin und wieder ok. Ich befolge nur zu gern seinen Wunsch und habe aber auch meine Freude daran den Sonnenbankputzern mal ein "Du kommst hier nicht rein!" vor den Latz zu knallen.
Spannend (wie so oft) sind die Kommentare. Die Mehrzahl ist auf Seiten des "Beichters", in aller Regel begründet durch ihre eigenen Erfahrungen. Expemplarisch:
Hm, in meiner letzten Heimatstadt gab es zwei größere Läden, einer mit und einer ohne diese Regelung. Ihr braucht euch nicht fragen, welcher für Massenschlägereien, Polizeieinsätze, Krankenhausaufenthalte und Belastungen der Justiz sorgt. So gesehen sorgt eine solche Regelung also für eine gewaltige Kostensenkung der Steuern. Und schöner ist es auch dort. Also Daumen hoch!
Was soll man sagen? Selbstverständlich hängt einem der offene Rassismus arg zum Hals raus. In Ostdeutschland (außer Berlin, klar) gibt es aber keine vergleichbare Situation. Ich habe also kaum Erfahrung damit. Natürlich kann man darauf verweisen, dass es in erster Linie ein Phänomen der sozialen Schicht ist, nicht der nationalen Herkunft. Gegenargument: Wir wissen nur zu gut, dass sich in einigen ethnischen Gruppen eine Kultur der Gewalt herausgebildet hat, vor der man ruhigen Gewissens Angst haben darf. Andererseits sieht das alles unter Rechtsextremen nicht anders aus, um nur eine notorisch gewalttätige deutsche Gruppierung zu nennen.

Selbstverständlich tragen "wir" eine erhebliche Mitschuld daran, dass es erst soweit hat kommen können. (Ich überlege jetzt ständig, wie ich die beiden Gruppen überhaupt nennen soll. Natürlich sind viele der Migrationshintergründigen Deutsche, dem Gesetz nach. So ganz irgendwie trennt uns aber mehr, als die Nationalität überbrücken kann.) Jedoch muss in einer bestimmten Situation in einer bestimmten Weise gehandelt werden. Nochmal: Eine Gruppe von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe aus einem Club auszuschließen ist Rassismus, sonst nichts. Mir scheint es aber sehr plausibel, dass dadurch Gewalttaten in dem Club stark gesenkt werden konnten. Man kann jetzt gern auf die Gefahr von Vorurteilen verweisen, das ist alles bekannt. Nichtsdestotrotz finden sich in bestimmten gesellschaftlichen Gruppierungen mehr Gewalttäter als in anderen. Und auch wenn die Hautfarbe hier nur mit dem Gewaltpotential korreliert, so kann sie dennoch ein Indikator sein.

Natürlich müsste man jetzt erst einmal schauen, ob es sich denn wirklich so verhält, dass nämlich "die Türken immer Stress machen". Ich halte das im Grundsatz für plausibel, eben wegen der Gewaltkultur und der sozialen Schicht. Natürlich werden es nur sehr wenige Personen sein, gemessen an der Gesamtzahl. Und natürlich wird hoffnungslos übertrieben. Dennoch: Die Wahrscheinlichkeit bleibt.

Ich habe einfach keinen Bock, die, die eben solche Gewalterfahrungen mit Personen ausländischer Herkunft gemacht haben, alle als "dumm" zu bezeichnen. Das kann schon sein, dass sie es sind. Darum geht es aber nicht. Sondern darum, dass ihre Erfahrungen ja ganz real sind. Und die will ich auch nicht alle bloßem Rassismus zuschreiben. Der wird einen großen Einfluss haben, einen Kern gibt es dennoch, da können wir uns sicher sein. 

 Ich wünschte, es gäbe einfache Lösungen. Mir fällt nämlich keine ein.

Filecontents

Coole Sache:
The environment filecontents is intended for passing the contents
of packages, options, or other files along with a document in a single
file. It has one argument, which is the name of the file to create. If
that file already exists (maybe only in the current directory if the OS
supports a notion of a ‘current directory’ or ‘default directory’) then
nothing happens (except for an information message) and the body of
the environment is bypassed. Otherwise, the body of the environment is
written verbatim to the file name given as the first argument, together
with some comments about how it was produced.
The environment is allowed only before \documentclass to ensure
that all packages or options necessary for this particular run are present
when needed. The begin and end tags should each be on a line by itself.
There is also a star-form; this does not write extra comments into the
file.